Longevity & AgingHirnstimulation für den Schlaf: Warum sie bisher nicht funktioniert hat und was als Nächstes kommt
Trotz jahrzehntelanger Forschung haben nicht-invasive Hirnstimulationsverfahren (NIBS) wie TMS und tDCS bislang keine evidenzbasierten Schlafbehandlungen hervorgebracht. Die Fachliteratur wird von kleinen, schlecht kontrollierten Studien dominiert, und starke Placebo-Effekte durch Stimulationsgeräte verschleiern echte Behandlungsvorteile. Neue Technologien – die transkranielle Ultraschallstimulation (TUS) und die Temporal-Interferenz-Stimulation (TIS) – können nun tiefe schlafregulatorische Hirnregionen erreichen, die bisher unzugänglich waren. Eine Closed-Loop-auditorische Stimulation, die in Echtzeit auf Hirnrhythmen reagiert, zeigt echtes Potenzial zur Verstärkung von Slow-Wave-Schlaf-Oszillationen. Die Autoren argumentieren, dass Insomnie möglicherweise das falsche Ausgangsziel darstellt, und schlagen stattdessen vor, NIBS auf die Modulation spezifischer Schlafoszillationen, die Umgestaltung traumatischer Erinnerungen während des Schlafs, die Steigerung der Wachheit bei Depressionen sowie die Unterbrechung pathologischer Aktivität bei schlafbezogener Epilepsie auszurichten.