Longevity & AgingElamipretide zielt auf Mitochondrienmembranen ab, um Alterung und Krankheit umzukehren
Elamipretide ist ein auf Mitochondrien ausgerichtetes Peptid, das Cardiolipin in der inneren Mitochondrienmembran (IMM) bindet, die Membranelektrostatik moduliert und wichtige Proteinkomplexe stabilisiert, die an der ATP-Produktion beteiligt sind. Lange Zeit wurde angenommen, dass es hauptsächlich durch das Abfangen reaktiver Sauerstoffspezies wirkt; neuere Forschungen enthüllen jedoch einen vorgelagerten Mechanismus: Elamipretide reduziert die Oberflächenladung CL-reicher Membranen, fördert die Assemblierung respiratorischer Superkomplexe, verringert den Protonenleck durch ANT1 und stabilisiert das ATP-Synthasom. Diese Effekte verbessern die mitochondriale Struktur und Funktion in Alterungsmodellen sowie bei Herzinsuffizienz, Barth-Syndrom, primärer mitochondrialer Myopathie und altersbedingter Makuladegeneration – wobei klinische Studien inzwischen erste Belege für die Wirksamkeit beim Menschen liefern.