Longevity & AgingGLP-1-Medikamente könnten das Leben lang genug verlängern, um bei Diabetikern das Demenzrisiko zu erhöhen
Eine neue Studie mit knapp 65.000 Typ-2-Diabetes-Patienten ergab, dass Personen, die GLP-1-Medikamente wie Semaglutid einnahmen, über einen Zeitraum von 10 Jahren doppelt so häufig Demenz oder kognitive Beeinträchtigungen entwickelten wie Nicht-Anwender. Doch dabei gibt es einen entscheidenden Haken: GLP-1-Anwender wiesen gleichzeitig eine deutlich niedrigere Sterblichkeit auf. Forscher gehen davon aus, dass die Medikamente das Überleben so weit verlängern, dass die Patienten das Alter erreichen, in dem Demenz wahrscheinlicher wird. Wurden Tod und kognitive Beeinträchtigung zu einem gemeinsamen Endpunkt zusammengefasst, zeigte sich kein wesentlicher Unterschied zwischen den Gruppen. Dieses sogenannte „Überlebensparadoxon" könnte auch erklären, warum jüngste Phase-III-Studien keinen kognitiven Nutzen von Semaglutid bei Alzheimer-Patienten nachweisen konnten. Die Ergebnisse stellen frühere Beobachtungsdaten infrage, die auf einen schützenden Effekt von GLP-1-Medikamenten gegen Demenz hindeuteten, und verdeutlichen, wie Überlebensbias die Schlussfolgerungen aus Gesundheitsstudien verzerren kann.