Brain HealthDarmentzündung löst den Verlust von Gehirnzellen aus – und ein Medikament könnte ihn aufhalten
Menschen mit einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung haben ein erhöhtes Risiko, an Parkinson zu erkranken – doch die genauen Ursachen sind noch nicht vollständig verstanden. Eine neue Mausstudie zeigt, dass chronische Darmentzündungen eine schädliche Immunreaktion tief in der Mittelhirnregion auslösen, die zum Verlust dopaminproduzierender Neuronen führt – also jener Zellen, die beim Parkinson zerstört werden. Die Forscher stellten fest, dass die Blockade eines Rezeptors namens CSF1R, der eine Klasse von Immunzellen – die sogenannten myeloiden Zellen – kontrolliert, die Hirnentzündung reduzierte und den Verlust dopaminerger Neuronen vollständig verhinderte. Die Darmentzündung selbst blieb davon unberührt, was darauf hindeutet, dass dieser Ansatz gezielt die hirnspezifische Schädigung bekämpft und nicht die Darmerkrankung. Dies identifiziert einen konkreten zellulären Signalweg, der Darmentzündungen mit Parkinson-ähnlicher Neurodegeneration verbindet, und weist auf eine mögliche neuroprotektive Therapiestrategie für Patienten mit entzündlichen Darmerkrankungen hin.