Longevity & AgingWie vorzeitiges Immunaltern das Auftreten und den Schweregrad von Rheumatoider Arthritis beeinflusst
Rheumatoid-Arthritis (RA) erreicht ihren Höhepunkt nach dem 65. Lebensjahr, was darauf hindeutet, dass die Immunalterung ein zentraler Krankheitstreiber ist – und nicht ein überaktives Immunsystem. RA-Patienten zeigen eine vorzeitige Alterung von CD4+-T-Zellen, die als eine um 25 Jahre nach links verschobene Telomerlänge messbar ist – und zwar bereits bei gesunden HLA-DRB1*04+-Individuen, bevor es zu Gelenkentzündungen kommt. Defekte in DNA-Reparaturenzymen (ATM, MRE11A, Pol β), mitochondriale Dysfunktion, lysosomales Versagen und eine fehlregulierte mTORC-Signalgebung programmieren T-Zellen gemeinsam zu hyperentzündlichen, gewebsinvasiven Effektoren um. Altersassoziierte B-Zellen verstärken die Autoantikörperproduktion, während klonale Hämatopoese hypermetabolische Makrophagen hervorbringt, die Inflammaging aufrechterhalten. Zusammengenommen rücken diese Erkenntnisse RA in ein neues Licht: als eine Erkrankung der Immunalterung und nicht des Immunüberschusses.