Regenerative MedicineIL-18 blockiert die Thymus-Regeneration nach Chemotherapie durch Aktivierung von NK-Zellen
Nach einer Chemotherapie, Bestrahlung oder Infektion hat der Thymus Schwierigkeiten, sich selbst zu regenerieren, was Patienten einer anhaltenden Immunschwäche aussetzt. Diese in Nature Immunology veröffentlichte Studie zeigt, warum: Gewebeschäden lösen caspase-1-vermittelte Zelltodprozesse aus, die das entzündliche Zytokin IL-18 im Thymus freisetzen. IL-18 aktiviert daraufhin residente natürliche Killerzellen (NK-Zellen), die fälschlicherweise thymische Epithelzellen angreifen – die zentralen Regulatoren der Thymusfunktion und T-Zell-Produktion. Mäuse, denen IL-18 oder sein Rezeptor fehlte, zeigten nach Bestrahlung eine deutlich bessere thymische Erholung. Die Blockierung von IL-18 mit einem monoklonalen Antikörper bei Empfängermäusen nach Transplantation verbesserte die Thymuszellularität an Tag 50. Die Ergebnisse identifizieren IL-18 als Hemmfaktor der Immunrekonstitution und als potenzielles therapeutisches Ziel – mit Bedeutung für Krebspatienten, die hämatopoetische Zelltransplantationen erhalten.