Longevity & AgingSchlaflosigkeit macht ältere Erwachsene 3-mal anfälliger für entzündungsbedingte Depressionen
Eine von der UCLA geleitete randomisierte klinische Studie mit 160 Erwachsenen ab 60 Jahren ergab, dass durch Endotoxine ausgelöste Entzündungen bei Personen mit Schlaflosigkeit zu dreimal stärkeren Anstiegen depressiver Stimmung führten als bei Personen ohne Schlaflosigkeit. Mithilfe niedrig dosierter Endotoxine (0,8 ng/kg), um eine Entzündungsexposition experimentell nachzuahmen, stellten die Forscher fest, dass Schlaflosigkeit sowohl selbst- als auch fremdbeurteilte depressive Symptome verstärkte, wobei die Effekte in der Schlaflosigkeitsgruppe länger anhielten. Entscheidend ist, dass beide Gruppen ähnliche Reaktionen entzündlicher Zytokine zeigten, was darauf hindeutet, dass Schlaflosigkeit eher die neuronale oder verhaltensbezogene Empfindlichkeit gegenüber Entzündungen erhöht, als das Entzündungssignal selbst zu verstärken. Die Ergebnisse belegen eine mechanistische Verbindung zwischen Schlaflosigkeit, Entzündung und Depression im höheren Lebensalter und sprechen für gezielte Strategien zur Depressionsprävention bei älteren Erwachsenen mit Schlafstörungen.