Heart HealthLipoprotein(a) als bedeutender unbehandelter kardiovaskulärer Risikofaktor
Lipoprotein(a), oder Lp(a), ist ein genetisch bedingtes Lipoprotein, das in der kardiovaskulären Risikobeurteilung lange Zeit vom LDL-Cholesterin in den Schatten gestellt wurde. Dieses Update im European Heart Journal argumentiert, dass Lp(a) als wesentlicher Beitragsfaktor zum residualen Lipidrisko – also der kardiovaskulären Gefahr, die selbst nach gut kontrolliertem LDL durch Statine oder andere Therapien fortbesteht – weit mehr klinische Aufmerksamkeit verdient. Erhöhtes Lp(a) betrifft weltweit etwa jeden fünften Menschen und ist eng mit Atherosklerose, Herzinfarkt und Aortenklappenerkrankungen verknüpft. Bis vor Kurzem standen keine zugelassenen Therapien zur Verfügung, die Lp(a) gezielt senken konnten. Diese Situation ändert sich nun, da neu entwickelte RNA-basierte Therapien in klinischen Studien dramatische Reduktionen der Lp(a)-Spiegel zeigen. Diese Übersichtsarbeit fasst die neuesten Erkenntnisse zur Biologie von Lp(a), zur Risikoquantifizierung und zur therapeutischen Pipeline zusammen – und ist damit sowohl für Kliniker als auch für gesundheitsbewusste Personen, die ihr vollständiges kardiovaskuläres Risikoprofil verstehen möchten, von hoher Relevanz.