Longevity & AgingMänner werden deutlich häufiger mit Krebs im fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert als Frauen – über 20 Tumorarten hinweg
Eine große nationale Registerstudie hat ergeben, dass Männer bei 20 verschiedenen Krebsarten häufiger als Frauen in einem späteren, fortgeschritteneren Stadium diagnostiziert werden. Bei der Analyse von 30 nicht-reproduktiven Krebsarten wiesen Männer in zwei Dritteln der Fälle eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine regionale oder entfernte Streuung zum Zeitpunkt der Diagnose auf. Die größten Unterschiede zeigten sich bei Zungen-, Schilddrüsen- und Speicheldrüsenkrebs, wo eine Spätdiagnose bei Männern doppelt so häufig vorkam. Nur bei Blasenkrebs zeigte sich das umgekehrte Muster. Experten führen diese Diskrepanz auf geringere Inanspruchnahme von Gesundheitsleistungen, verzögerte Symptommeldung, kulturelle Normen rund um Männlichkeit sowie strukturelle Hindernisse wie Arbeitszeiten zurück. Die Ergebnisse bekräftigen die Forderung nach personalisierten, risikobasierten Krebsvorsorgestrategien, die gezielt auf Männer ausgerichtet sind.