Autoimmune & ArthritismTOR spielt entgegengesetzte Rollen bei MS-Entzündung und Reparatur
Multiple Sklerose (MS) umfasst sowohl Immunangriffe auf das Myelin als auch das Versagen, dieses zu reparieren. Ein neues systematisches Review kommt zu dem Ergebnis, dass der mTOR-Signalweg im Zentrum beider Prozesse steht – jedoch auf gegensätzliche Weise. Die Hemmung von mTOR reduziert Entzündungen und kann Neuronen schützen, während die Aktivierung von mTOR die Remyelinisierung fördert, die MS-Patienten dringend benötigen. Diese doppelte Rolle bedeutet, dass eine einfache Hemmung oder Aktivierung von mTOR einen Aspekt der MS verbessern, gleichzeitig aber einen anderen verschlechtern könnte. Das Review analysierte 90 Studien aus präklinischen Modellen und MS-Patientendaten und kommt zu dem Schluss, dass Zeitpunkt und Krankheitsstadium entscheidend sind, wenn mTOR-gezielte Therapien jemals klinisch eingesetzt werden sollen. Aktuelle Medikamente wie Rapamycin, die mTOR hemmen, können noch nicht ohne Weiteres bei MS eingesetzt werden, ohne unbeabsichtigte Folgen zu riskieren.