Longevity & AgingNAD+-Mangel löst durch mitochondrialen DNA-Austritt einen falschen viralen Alarm aus
Forscher der Mayo Clinic entdeckten, dass chronisch niedrige NAD+-Spiegel dazu führen, dass mitochondriale DNA (mtDNA) durch einen Kanal namens VDAC1 in das Zellzytoplasma austritt. Diese ausgetretene mtDNA aktiviert den cGAS-STING-Signalweg und löst eine interferonbasierte Entzündungsreaktion aus, die nahezu identisch mit der bei einer Virusinfektion auftretenden ist. Bemerkenswerterweise überlebten Fibroblasten bis zu 28 Tage lang mit NAD+-Spiegeln unter 10 % des Normalwerts, ohne seneszent zu werden oder abzusterben. Eine Blockierung der VDAC1-Oligomerisierung, der STING-Signalübertragung oder die Depletion der mtDNA verhinderten jeweils die Entzündungsreaktion. Diese Erkenntnisse verknüpfen den NAD+-Rückgang – ein Merkmal des Alterns und verschiedener Erkrankungen – mit einem spezifischen, gezielt ansteuerbaren Entzündungsmechanismus.