Longevity & AgingNetzwerkwissenschaft enthüllt, welche bestehenden Medikamente die Kennzeichen des Alterns anvisieren könnten
Wissenschaftler haben eine netzwerkbasierte Methode entwickelt, um bereits zugelassene Medikamente zu identifizieren, die den Alterungsprozess verlangsamen könnten. Mithilfe einer Protein-Interaktionskarte, dem sogenannten Interaktom, verknüpften Forscher der Northeastern University und der Harvard University 1.250 alterungsbezogene Gene mit den Kennzeichen des Alterns und testeten anschließend 6.442 bekannte Verbindungen auf ihre Nähe zu diesen Gengruppen. Medikamente, deren Proteinziele sich in enger Nachbarschaft zu den Hallmark-Genmodulen befinden, werden als Kandidaten für die Verlangsamung von Alterungsprozessen markiert. Dieser Ansatz umgeht die jahrzehntelange Wartezeit, die direkte Lebensdauerstudien erfordern würden, indem er die Netzwerknähe als Stellvertretersignal nutzt. Die in Nature Aging veröffentlichte Studie bietet einen systematischen, datengetriebenen Weg zur Umwidmung bereits zugelassener Medikamente als potenzielle Langlebigkeitstherapeutika und schränkt das Feld der in zukünftigen Studien zu testenden Kandidaten erheblich ein.