Brain HealthPersonalisierte Risikoaufklärung senkt Demenzrisikofaktoren um 26 % über 3 Jahre
Nahezu die Hälfte aller Demenzfälle könnte durch Lebensstiländerungen verhindert werden – dennoch wurden bislang nur wenige groß angelegte Präventionsprogramme formell erprobt. Dieses systematische Review aus The Lancet Healthy Longevity analysierte 12 Studien aus acht Ländern, um zu untersuchen, wie gut bevölkerungsweite Programme das Thema Demenzrisikoreduktion vermitteln. Massenmediale Kampagnen erreichten zwar viele Menschen, erzielten jedoch nur bescheidene Wissenszuwächse. Im Gegensatz dazu führten interaktive Ansätze – darunter personalisierte Risikoprofilierung, Online-Kurse, E-Learning und gemeindebasierte Aufklärung – zu konsistenteren Verbesserungen sowohl des Wissensstands als auch des Gesundheitsverhaltens. Die herausragendste Erkenntnis: Die Kombination aus strukturierter Wissensvermittlung und individueller Risikoerfassung erzielte über drei Jahre hinweg eine Verbesserung des Status veränderbarer Risikofaktoren um 26 %. Experten fordern Langzeitstudien mit längeren Nachbeobachtungszeiträumen, eine stärkere Einbeziehung unterversorgter Bevölkerungsgruppen sowie skalierbare Programmkonzepte, um diese vielversprechenden Erkenntnisse in eine breite Wirkung auf die öffentliche Gesundheit zu übersetzen.