Brain HealthWissenschaftler haben Gedächtnisverlust bei Mäusen durch Reaktivierung der Gehirn-Mitochondrien rückgängig gemacht
Forscher von Inserm und der Universität Bordeaux haben einen synthetischen Rezeptor namens mitoDreadd-Gs entwickelt, der die mitochondriale Aktivität in Gehirnzellen vorübergehend steigert. In Mausmodellen für Demenz stellte dieses Werkzeug die Gedächtnisleistung wieder her. Die in Nature Neuroscience veröffentlichte Studie liefert den ersten direkten kausalen Beweis dafür, dass mitochondriale Dysfunktion – und nicht allein der Untergang von Neuronen – den kognitiven Abbau bei neurodegenerativen Erkrankungen vorantreiben kann. Dies ist bedeutsam, weil es den zeitlichen Rahmen verschiebt: Ein Energieversagen innerhalb der Neuronen könnte auftreten, bevor die Gehirnzellen absterben, und eröffnet damit ein potenziell neues Behandlungsfenster. Sollte sich dies beim Menschen bestätigen, könnten Therapien, die auf die mitochondriale Funktion abzielen, bestehende Alzheimer-Ansätze eines Tages ergänzen oder diesen vorausgehen und so eine Möglichkeit bieten, die kognitive Leistungsfähigkeit in einem früheren Stadium der Erkrankung zu erhalten.