Longevity & AgingTau-Protein baut heimlich dauerhafte Erinnerungen auf – bevor es sie bei Alzheimer zerstört
Tau-Protein, bekannt für seine Rolle bei der Alzheimer-Erkrankung, erweist sich als unverzichtbar für die Umwandlung kurzfristiger Erlebnisse in dauerhafte Erinnerungen. Forscher der Flinders University stellten fest, dass Tau dabei hilft, auszuwählen, welche Gehirnzellen eine Erinnerung speichern, neuronales Rauschen während der Gedächtnisbildung reduziert und eine kontrollierte chemische Veränderung namens Phosphorylierung durchläuft, die Gedächtnisspuren organisiert. Ohne Tau können sich Erinnerungen zwar zunächst bilden, verblassen jedoch schnell. Entscheidend ist, dass das bei Alzheimer beobachtete abnormale Tau sowohl die Bildung neuer Erinnerungen als auch den Abruf älterer Erinnerungen zu stören scheint. Die an Mäusen gewonnenen Erkenntnisse lassen sich noch nicht direkt auf den Menschen übertragen, liefern jedoch neue Hinweise darauf, warum Demenzpatienten scheinbar Neues erlernen, es jedoch nicht behalten können – und eröffnen möglicherweise neue Ansätze für die Demenzbehandlung.