Sleep & RecoveryDeine Blutzellen reinigen das Gehirn im Schlaf – und ohne sie versagt das Gedächtnis
Wissenschaftler der University of Pennsylvania haben entdeckt, dass zirkulierende Immunzellen, sogenannte Hämozyten – das fliegen-äquivalent der Makrophagen – während des Schlafs gezielt ins Gehirn wandern und dort Lipidablagerungen beseitigen, die sich durch oxidativen Stress im Laufe des Tages angesammelt haben. Mithilfe der Fruchtfliege Drosophila als Modellorganismus zeigten die Forscher, dass die Anzahl der Hämozyten im Kopfbereich während der Schlafphasen ihren Höhepunkt erreicht und bei Schlafentzug abnimmt. Ein Rezeptor namens Eater vermittelt diese Lipidclearance. Wird Eater ausgeschaltet, akkumulieren Lipide, die Acetylierung im Gehirn steigt, die Mitochondrien funktionieren beeinträchtigt, NAD+-Spiegel sinken, und die Fliegen zeigen Gedächtnisbeeinträchtigungen sowie eine verkürzte Lebenserwartung. Die Erkenntnisse deuten auf eine kritische periphere Immunfunktion des Schlafs hin, die möglicherweise auf die Biologie der Mikroglia bei Säugetieren übertragbar ist.