Cancer ResearchPressemitteilung

Kreatin stärkt Immunzellen im Kampf gegen Krebs – neue UCLA-Studie

UCLA-Forscher entdecken, dass Kreatin dendritische Zellen mit Energie versorgt und damit möglicherweise die Erfolgsquoten der Immuntherapie über die derzeit geltende Schwelle von 20–40 % hinaus steigern kann.

Donnerstag, 9. Juli 2026 2 Aufrufe
Veröffentlicht in ScienceDaily Cancer
Article visualization: Creatine Supercharges Immune Cells to Fight Cancer in New UCLA Study

Zusammenfassung

Kreatin, das lange als muskelaufbauendes Nahrungsergänzungsmittel bekannt war, könnte auch die Fähigkeit des Immunsystems stärken, Krebs zu bekämpfen. Eine neue UCLA-Studie, die in iScience veröffentlicht wurde, ergab, dass Kreatin die Aktivität dendritischer Zellen steigert – spezialisierter Immunzellen, die Tumore erkennen und Killer-T-Zellen aktivieren. In Mausmodellen mit Melanomen verlangsamten tägliche Kreatin-Injektionen das Tumorwachstum und erhöhten sowohl die Anzahl als auch die Aktivität tumorinfiltierender dendritischer Zellen. Laborexperimente mit menschlichen Zellen zeigten, dass dendritische Zellen ohne Kreatinaufnahme schlecht funktionierten und T-Zellen nicht ordnungsgemäß aktivieren konnten. Forscher gehen davon aus, dass Kreatin wirkt, indem es den ATP-Energiespiegel in dendritischen Zellen erhöht. Diese Erkenntnisse könnten letztlich dazu beitragen, die Krebsimmuntherapie für mehr Patienten wirksam zu machen, obwohl klinische Studien am Menschen noch nicht durchgeführt wurden.

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Detaillierte Zusammenfassung

Kreatin ist bereits eines der am weitesten verbreiteten und am besten erforschten Sport-Nahrungsergänzungsmittel, das für seine Wirkung auf Kraft und sportliche Leistung geschätzt wird. Eine neue Studie der UCLA, veröffentlicht in iScience, enthüllt nun eine potenziell bahnbrechende Zweitrolle: das Immunsystem dabei zu unterstützen, Krebs wirksamer zu bekämpfen, indem eine entscheidende Klasse von Immunzellen mit Energie versorgt wird.

Im Mittelpunkt der Forschung stehen dendritische Zellen, die als Koordinatoren der Immunantwort fungieren. Sie erkennen Tumoren und aktivieren Killer-T-Zellen – die vorderste Front des Immunsystems im Kampf gegen Krebs. Wissenschaftler stellten fest, dass das Gen, das für die Produktion des Kreatintransporterproteins verantwortlich ist, in dendritischen Zellen, die in Tumoren eingedrungen waren, weitaus aktiver war als in solchen aus gesundem Gewebe. Dies deutet darauf hin, dass diese Zellen im Tumormilieu einen erhöhten Kreatinbedarf haben.

Als Forscher dendritische Zellen züchteten, denen der Kreatintransporter fehlte, überlebten die Zellen schlecht, wurden weniger aktiv und versagten dabei, T-Zellen wirksam zu aktivieren. T-Zellen, die gemeinsam mit diesen Kreatin-defizienten Zellen kultiviert wurden, teilten sich seltener und produzierten weniger Immunsignalmoleküle. Umgekehrt verlangsamten tägliche Kreatininjektionen in Melanom-Mausmodellen das Tumorwachstum signifikant und erhöhten gleichzeitig die Infiltration und Aktivität dendritischer Zellen innerhalb der Tumoren. Metabolomik-Analysen bestätigten, dass die Kreatin-Supplementierung den intrazellulären ATP-Spiegel – die primäre Energiewährung der Zelle – in dendritischen Zellen erhöhte.

Dies baut auf früheren Arbeiten desselben UCLA-Labors auf, die zeigten, dass Kreatin auch die T-Zell-Funktion direkt verbessert, was darauf hindeutet, dass es die gesamte krebsbekämpfende Immuninfrastruktur unterstützt und nicht nur eine einzelne Komponente. Die leitende Autorin Lili Yang wies darauf hin, dass Kreatin damit eine vielversprechende Ergänzung zu modernen Immuntherapien darstellt, von denen derzeit nur 20–40 % der Patienten profitieren.

Wichtige Vorbehalte sind zu beachten. Alle Experimente wurden an Mäusen und menschlichen Zellkulturen durchgeführt – klinische Studien am Menschen liegen noch nicht vor. Ergebnisse aus Tiermodellen lassen sich häufig nicht direkt auf den Menschen übertragen. Angesichts des etablierten Sicherheitsprofils und der breiten Verfügbarkeit von Kreatin eröffnet diese Forschung dennoch einen überzeugenden Ansatzpunkt für die Untersuchung immunstärkender Nahrungsergänzungsstrategien.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Creatine boosts dendritic cell activity, enhancing their ability to activate cancer-killing T cells.
  • Dendritic cells lacking the creatine transporter survived poorly and failed to prime T cells effectively.
  • Daily creatine injections significantly slowed melanoma tumor growth in mouse models.
  • Creatine raises ATP energy levels inside dendritic cells, explaining its immune-energizing mechanism.
  • Only 20-40% of patients benefit from current immunotherapy; creatine may help expand that range.

Methodik

Dies ist eine Forschungszusammenfassung, die auf einer von Fachkollegen begutachteten Studie basiert, die in iScience von der University of California, Los Angeles, veröffentlicht wurde. Die Erkenntnisse stammen aus Maus-Melanom-Modellen und menschlichen Zellkulturexperimenten; es wurden keine klinischen Studien am Menschen durchgeführt. Die Quellinstitution ist ein angesehenes akademisches medizinisches Zentrum mit einem etablierten Immuntherapie-Forschungsprogramm.

Studienlimitierungen

Alle Erkenntnisse stammen aus Mausmodellen und menschlichen Zellkulturen; klinische Studien am Menschen wurden bislang nicht durchgeführt – eine Übertragbarkeit auf den Menschen ist nicht garantiert. Der Artikel ist eine Nachrichtenzusammenfassung und enthält keine vollständigen methodischen Details; für Dosierungsangaben, Kontrollbedingungen und statistische Strenge sollte die primäre iScience-Publikation konsultiert werden. Die Langzeiteffekte von Kreatin auf die Immunfunktion sowie mögliche Wechselwirkungen mit bestehenden Krebstherapien sind bislang unbekannt.

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