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Depressionen beschleunigen die Gehirn- und DNA-Alterung um 1,6–2,4 Jahre – Ergebnisse einer groß angelegten Studie

Eine Studie mit 833 Personen zeigt, dass Depressionen sowohl mit vorzeitiger biologischer Alterung der Gehirnstruktur als auch mit veränderten DNA-Methylierungsmustern verbunden sind.

Donnerstag, 2. April 2026 0 Aufrufe
Veröffentlicht in Biol Psychiatry Glob Open Sci
Split-screen view showing a colorful brain MRI scan on the left and DNA double helix structure with methylation markers on the right, displayed on computer monitors in a research lab

Zusammenfassung

Forscher analysierten Gehirnscans und DNA-Methylierungsmuster von 833 Personen, um zu verstehen, wie Depressionen das biologische Altern beeinflussen. Sie stellten fest, dass Personen mit einer Depressionsvorgeschichte ein beschleunigtes Altern sowohl in ihrer Gehirnstruktur als auch in ihrer DNA aufwiesen und biologisch 1,6–2,4 Jahre älter erschienen als ihr chronologisches Alter. Die Studie verwendete mehrere Altersuhren, darunter GrimAge, PhenoAge sowie Vorhersagemodelle für das Gehirnalter. Bemerkenswert ist, dass Gehirnalterung und DNA-Alterung bei Depressionen sowohl überlappende als auch unterschiedliche Muster zeigten, was darauf hindeutet, dass an der vorzeitigen Alterung im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen verschiedene biologische Mechanismen beteiligt sein könnten.

Detaillierte Zusammenfassung

Eine bahnbrechende Studie, die sowohl die Gehirn- als auch die DNA-Alterung bei Depressionen untersucht, hat ergeben, dass die schwere depressive Störung (MDD) mit einer beschleunigten biologischen Alterung in mehreren Systemen verbunden ist. Diese Forschung schließt eine wichtige Lücke, indem sie zum ersten Mal beide Arten von Alterungsmarkern bei denselben Personen untersucht.

Die Forscher analysierten Daten von 833 Teilnehmern der Generation Scotland-Studie und maßen sowohl das Gehirnalter (mittels struktureller MRT-Aufnahmen) als auch das DNA-Methylierungsalter (mithilfe von vier verschiedenen epigenetischen Uhren: Horvath, Hannum, GrimAge und PhenoAge). Außerdem validierten sie die Befunde zur Gehirnalterung an 12.018 UK Biobank-Teilnehmern. Das Team berechnete sogenannte „Predicted Age Difference" (PAD)-Scores, die zeigen, um wie viele Jahre jemand biologisch älter erscheint als sein chronologisches Alter.

Personen mit einer lebenslangen Depressionsgeschichte zeigten bei den meisten Messgrößen eine signifikant beschleunigte Alterung und wirkten biologisch 1,6 bis 2,4 Jahre älter. Die stärksten Zusammenhänge wurden mit GrimAge-PAD, PhenoAge-PAD und Brain-PAD festgestellt. Bemerkenswert ist, dass die kombinierte Betrachtung von PhenoAge und Gehirnalter 9 % der Depressionsvarianz erklärte, was darauf hindeutet, dass diese Alterungsprozesse unterschiedliche Aspekte der depressionsbedingten biologischen Veränderungen erfassen.

Die Ergebnisse unterstützen die Theorie, dass Depression einen Zustand vorzeitiger biologischer Alterung darstellt, was möglicherweise erklärt, warum Depressionen das Risiko für altersbedingte Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes und Demenz erhöhen. Die teilweise Überschneidung zwischen den Mustern der Gehirn- und DNA-Alterung legt nahe, dass mehrere biologische Pfade zur beschleunigten Alterung bei Depressionen beitragen könnten.

Interessanterweise zeigte eine aktuelle Depression keine signifikanten Zusammenhänge mit beschleunigter Alterung – nur eine lebenslange Depressionsgeschichte –, was darauf hindeutet, dass kumulative Effekte über die Zeit möglicherweise bedeutsamer sind als akute depressive Zustände.

Wichtigste Erkenntnisse

  • People with lifetime depression showed 1.6-2.4 years of accelerated biological aging
  • Brain aging and DNA aging showed both shared and distinct patterns in depression
  • GrimAge and PhenoAge clocks were most strongly associated with depression history
  • Combined brain and DNA aging measures explained 9% of depression variance
  • Current depression showed no aging acceleration, only lifetime depression history

Methodik

Querschnittsstudie mit 833 Teilnehmern der Generation Scotland-Kohorte, bei denen sowohl Gehirn-MRT- als auch DNA-Methylierungsdaten vorlagen, sowie 12.018 UK Biobank-Teilnehmern zur Replikation. Es wurden vier epigenetische Alterungsuhren und eine auf maschinellem Lernen basierende Gehirnaltersvorhersage eingesetzt.

Studienlimitierungen

Das Querschnittsdesign verhindert die Bestimmung von Kausalität. Die Stichprobe bestand überwiegend aus älteren Erwachsenen, was die Generalisierbarkeit auf jüngere Bevölkerungsgruppen einschränkt. Die Befunde zur Gehirnalterung konnten in der UK Biobank nicht repliziert werden.

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