Brain HealthPressemitteilung

Bewegung bekämpft Chemo-Brain besser als Ibuprofen – neue klinische Studie

Ein häusliches Geh- und Krafttrainingsprogramm verbesserte die Aufmerksamkeit und reduzierte beobachtbare kognitive Beeinträchtigungen bei Chemotherapiepatienten über einen Zeitraum von 6 Wochen.

Donnerstag, 11. Juni 2026 8 Aufrufe
Veröffentlicht in ScienceDaily Brain
Article visualization: Exercise Fights Chemo Brain Better Than Ibuprofen in New Clinical Trial

Zusammenfassung

Chemotherapie-bedingte kognitive Beeinträchtigungen, bekannt als „Chemo-Hirn", betreffen bis zu 80 % der Krebspatienten während der Behandlung. In einer klinischen Phase-II-Studie wurde untersucht, ob ein häusliches Bewegungsprogramm, niedrig dosiertes Ibuprofen oder eine Kombination aus beidem die geistige Leistungsfähigkeit während der Chemotherapie erhalten kann. Sechsundachtzig Patienten wurden über sechs Wochen nach dem Zufallsprinzip einer von vier Gruppen zugeteilt. Diejenigen, die das Bewegungsprogramm absolvierten, zeigten signifikant bessere Aufmerksamkeitswerte und weniger kognitive Probleme, die von Freunden und Angehörigen wahrgenommen wurden, im Vergleich zur Placebo-Gruppe. Ibuprofen zeigte gewisse Vorteile, lieferte jedoch gemischte Ergebnisse – darunter eine überraschende Verringerung der kurzfristigen Zuwächse im verbalen Gedächtnis. Bewegung erwies sich als die zuverlässigere und konsistentere Intervention zum Schutz der kognitiven Funktion während einer Chemotherapiebehandlung.

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Detaillierte Zusammenfassung

Kognitive Beeinträchtigungen im Zusammenhang mit Krebs betreffen die Mehrzahl der Menschen, die eine Chemotherapie erhalten, und äußern sich in Gedächtnislücken, Konzentrationsschwierigkeiten und Problemen beim Multitasking. Dieser Nebeneffekt, der umgangssprachlich als „Chemo-Hirn" bezeichnet wird, kann die Lebensqualität während und nach der Behandlung erheblich einschränken. Eine neue klinische Phase-II-Studie, veröffentlicht in CANCER, einer von Fachleuten begutachteten Zeitschrift der American Cancer Society, legt nahe, dass ein einfaches häusliches Bewegungsprogramm die kognitive Funktion während der Chemotherapie schützen könnte.

An der Studie nahmen 86 Krebspatientinnen und -patienten teil, die während der Chemotherapie über kognitive Schwierigkeiten berichteten. Die Teilnehmenden wurden für sechs Wochen nach dem Zufallsprinzip in vier Gruppen eingeteilt: Sport plus niedrig dosiertes Ibuprofen, Sport plus Placebo, nur Ibuprofen oder nur Placebo. Das Bewegungsprogramm mit dem Namen EXCAP bestand aus einem schrittweise intensivierten, häuslichen Geh- und Krafttraining, das keinen Zugang zu einem Fitnessstudio erforderte.

Patientinnen und Patienten in der Gruppe „Sport plus Placebo" schnitten bei Aufmerksamkeitstests deutlich besser ab als jene, die ausschließlich ein Placebo erhielten. Besonders bedeutsam: Beide Sportgruppen zeigten Verbesserungen bei einem fremdbeurteilten Maß, das erfasste, ob Freunde, Familienmitglieder oder Kolleginnen und Kollegen kognitive Probleme wahrnahmen – ein Hinweis auf alltagspraktische Vorteile jenseits von Laborwerten.

Ibuprofen lieferte ein komplexeres Bild. Zwar zeigten Patientinnen und Patienten, die ausschließlich Ibuprofen erhielten, im Vergleich zur Placebogruppe gewisse Verbesserungen der Aufmerksamkeit, jedoch wiesen jene, die Ibuprofen einnahmen, geringere Verbesserungen im verbalen Kurzzeitgedächtnis auf als die Gruppen ohne Ibuprofen. Die Forschenden bezeichnen diesen Befund als klärungsbedürftig und raten davon ab, zum jetzigen Zeitpunkt belastbare Schlussfolgerungen zur Rolle von Ibuprofen zu ziehen.

Bei der Studie handelt es sich um eine Phase-II-Studie, die auf die Prüfung der Durchführbarkeit und die Erkennung erster Signale ausgelegt war – nicht auf den Nachweis endgültiger Belege. Größere Phase-III-Studien werden benötigt, um diese Ergebnisse über verschiedene Krebsarten und Behandlungsschemata hinweg zu bestätigen. Für gesundheitsbewusste Menschen, die eine Krebsbehandlung durchlaufen, untermauern die Befunde dennoch, dass körperliche Aktivität mit niedriger bis moderater Intensität während der Chemotherapie eine risikoarme und zugängliche Strategie mit bedeutsamen kognitiven Vorteilen darstellt – die es wert ist, mit einer Onkologin oder einem Onkologen besprochen zu werden.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Home-based progressive walking and resistance exercise significantly improved attention scores in chemotherapy patients over 6 weeks.
  • Both exercise groups showed reduced observer-noticed cognitive problems compared to placebo, indicating real-world functional improvement.
  • Low-dose ibuprofen improved some attention measures but unexpectedly reduced short-term verbal memory gains, warranting further study.
  • Up to 80% of chemotherapy patients experience chemo brain, making cognitive protection strategies a high-priority clinical need.
  • Exercise required no gym access and was low-to-moderate intensity, making it feasible for most patients undergoing treatment.

Methodik

Dabei handelt es sich um eine Forschungszusammenfassung, die über eine von Experten begutachtete randomisierte kontrollierte Phase-II-Studie berichtet, die in CANCER, einer Fachzeitschrift der American Cancer Society, veröffentlicht wurde. Die Quelle ist Wiley über ScienceDaily, ein seriöser Wissenschaftsnachrichten-Aggregator. Die Studie verwendete ein vierarmiges randomisiertes Design mit 86 Teilnehmern und liefert vorläufige, aber strukturierte Erkenntnisse.

Studienlimitierungen

Dies ist eine Phase-II-Studie mit nur 86 Teilnehmern, was die statistische Aussagekraft und die Verallgemeinerbarkeit auf verschiedene Krebsarten und Chemotherapieschemata einschränkt. Die sechswöchige Studiendauer spiegelt möglicherweise keine längerfristigen kognitiven Verläufe wider. Der unerwartete negative Effekt von Ibuprofen auf das verbale Gedächtnis ist ungeklärt und muss repliziert werden, bevor klinische Empfehlungen ausgesprochen werden können.

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