Weibliche Athletinnen zeigen besseres Gleichgewicht in der frühen Menstruationszyklusphase
Studie zeigt, dass die Phasen des Menstruationszyklus das Gleichgewicht, nicht aber die Kraft bei Spitzensportlerinnen beeinflussen – beste Leistungen in der frühen Phase.
Zusammenfassung
Spitzensportlerinnen zeigen in der frühen Follikelphase ihres Menstruationszyklus bessere Ergebnisse bei Gleichgewichtstests als während des Eisprungs – das belegt eine neue Studie. Wissenschaftler untersuchten 21 Athletinnen im Alter von 20 bis 25 Jahren in drei Phasen des Menstruationszyklus und maßen dabei die Kraft der unteren Extremitäten sowie das Gleichgewicht. Während die Muskelkraft über den gesamten Zyklus hinweg konstant blieb, nahm die Gleichgewichtsfähigkeit während des Eisprungs deutlich ab. Die schlechteste Gleichgewichtskontrolle zeigten die Athletinnen während des Eisprungs, die beste zu Beginn der Menstruation. Dies legt nahe, dass hormonelle Schwankungen die neuromuskuläre Koordination beeinflussen, nicht jedoch die reine Muskelkraft – mit potenziellen Auswirkungen auf das Verletzungsrisiko und die Trainingsplanung von Sportlerinnen.
Detaillierte Zusammenfassung
Das Verständnis des Einflusses von Menstruationszyklen auf die sportliche Leistungsfähigkeit könnte Sportlerinnen helfen, ihr Training zu optimieren und das Verletzungsrisiko zu senken. Diese Forschung schließt eine wichtige Lücke in der Sportwissenschaft, indem sie untersucht, wie hormonelle Schwankungen die körperliche Leistungsfähigkeit beeinflussen.
Die Forscher untersuchten 21 Leistungssportlerinnen im Alter von 20–25 Jahren und testeten sie in drei verschiedenen Menstruationsphasen: frühe Follikelphase (Tage 2–3), Ovulation (Tage 13–14) und mittlere Lutealphase (Tage 21–22). Sie maßen die Kraft der unteren Extremitäten mittels isokinetischer Tests, das Gleichgewicht durch statische und dynamische Messverfahren sowie die funktionelle Beweglichkeit anhand von Hop-Tests.
Die wichtigste Erkenntnis war, dass die Muskelkraft in allen Menstruationsphasen konstant blieb, die Gleichgewichtsleistung jedoch erheblich variierte. Die Sportlerinnen zeigten ihr schlechtestes Gleichgewicht während der Ovulation, mit verstärkten Schwingungen in der Vorwärts-Rückwärts- und Seitwärtsrichtung. Umgekehrt wiesen sie in der frühen Follikelphase, wenn der Östrogenspiegel am niedrigsten ist, die optimale Gleichgewichtskontrolle auf.
Diese Ergebnisse legen nahe, dass zwar die reine Muskelkraft nicht durch hormonelle Veränderungen beeinflusst wird, die für das Gleichgewicht erforderliche neuromuskuläre Koordination jedoch auf Schwankungen von Östrogen und Progesteron reagiert. Dies hat wichtige Auswirkungen auf die Verletzungsprävention, da ein schlechtes Gleichgewicht das Sturz- und Sprunggelenksverletzungsrisiko erhöht. Leistungssportlerinnen könnten von einem angepassten Training während der Ovulation profitieren und sich in der frühen Menstruationsphase, wenn die Koordination optimal ist, auf Gleichgewichtsübungen konzentrieren. Die geringe Stichprobengröße der Studie und die Fokussierung auf Leistungssportlerinnen schränken jedoch die allgemeine Übertragbarkeit auf Freizeitsportlerinnen oder ältere Frauen ein.
Wichtigste Erkenntnisse
- Balance performance was worst during ovulation and best during early menstruation
- Muscle strength remained consistent across all menstrual cycle phases
- Hormonal fluctuations affect coordination but not raw muscular power
- Athletes showed increased body oscillation during ovulatory phase
- Early follicular phase may be optimal for balance-focused training
Methodik
Kausal-vergleichende Studie mit 21 Leistungssportlerinnen im Alter von 20–25 Jahren. Die Teilnehmerinnen wurden in drei Menstruationsphasen mithilfe isokinetischer Krafttests, Y-Balance-Tests, Hop-Tests sowie statischer und dynamischer Gleichgewichtsbeurteilungen getestet.
Studienlimitierungen
Die kleine Stichprobengröße von nur 21 Athletinnen schränkt die Verallgemeinerbarkeit ein. Die Studie konzentrierte sich ausschließlich auf Leistungssportlerinnen, sodass die Ergebnisse möglicherweise nicht auf Freizeitsportlerinnen oder ältere Frauen übertragbar sind.
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