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Blickverfolgung und Herzfrequenz bei Säuglingen sagen ADHS-Risiko bis zum Vorschulalter voraus

Studie findet unterschiedliche visuelle Aufmerksamkeitsmuster bei 12–18 Monate alten Säuglingen, die Jahre später auf erhöhte ADHS-Symptome hinweisen.

Freitag, 3. April 2026 1 Aufruf
Veröffentlicht in J Atten Disord
close-up of an infant's face looking at a computer screen showing colorful moving objects while wearing small heart rate monitoring sensors

Zusammenfassung

Forscher verfolgten 90 Säuglinge im Alter von 12 bis 18 Monaten mithilfe von Eye-Tracking-Technologie und Herzfrequenzüberwachung und begleiteten sie bis ins Vorschulalter. Säuglinge, bei denen später ADHS-Auffälligkeiten festgestellt wurden, zeigten eine insgesamt geringere Bildschirmaufmerksamkeit und verbrachten weniger Zeit damit, soziale Reize zu betrachten, verglichen mit typisch entwickelten Kindern. Auch Muster der Herzratenvariabilität moderierten diesen Zusammenhang, was auf frühe Biomarker zur Erkennung eines ADHS-Risikos hindeutet.

Detaillierte Zusammenfassung

Frühzeitige Erkennung von ADHS könnte Interventionsstrategien grundlegend verändern, und diese wegweisende Studie legt nahe, dass wir gefährdete Kinder möglicherweise bereits im Alter von 12–18 Monaten identifizieren können. Forscher der Florida International University und der UC Davis begleiteten 90 Säuglinge bis in ihre Vorschuljahre und setzten dabei ausgefeilte Eye-Tracking- und Herzfrequenzmessungen ein, um neuronale Entwicklungsverläufe vorherzusagen.

Die Studie verwendete Split-Screen-Eye-Tracking-Aufgaben, bei denen dynamische soziale und nicht-soziale bewegte Objekte gezeigt wurden, während gleichzeitig die respiratorische Sinusarrhythmie (ein Marker der Herzfrequenzvariabilität) unter Ruhe- und Aufgabenbedingungen gemessen wurde. Die Kinder wurden anschließend in drei Gruppen eingeteilt: ADHS-Verdacht, Autismus oder typische Vergleichsgruppe.

Die Ergebnisse zeigten auffällige Unterschiede in den Aufmerksamkeitsmustern der Säuglinge. Die Gruppe mit ADHS-Verdacht wies eine deutlich geringere Gesamtbetrachtungszeit des Bildschirms auf und verbrachte weniger Zeit mit der Beachtung sozialer Reizanteile als typisch entwickelte Kinder. Besonders bemerkenswert war, dass Herzfrequenzvariabilitätsmuster die Beziehung zwischen sozialer Aufmerksamkeit und späteren ADHS-Symptomen moderierten – wobei Säuglinge mit kardialer Deaktivierung das höchste Risiko aufwiesen.

Diese Erkenntnisse könnten frühe Interventionsansätze grundlegend verändern und es Klinikern ermöglichen, gefährdete Kinder Jahre vor einer herkömmlichen ADHS-Diagnose zu identifizieren und zu unterstützen. Eine frühzeitige Erkennung könnte gezielte Interventionen in kritischen Entwicklungsfenstern ermöglichen, in denen die Plastizität des Gehirns am größten ist, und so langfristig die Ergebnisse für betroffene Kinder verbessern.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Infants later diagnosed with ADHD showed 82% effect size difference in screen attention
  • Reduced social attention at 12-18 months predicted preschool ADHD symptoms
  • Heart rate variability patterns moderated social attention-ADHD relationship
  • Eye-tracking biomarkers may enable ADHD prediction 2-3 years before typical diagnosis

Methodik

Längsschnittstudie mit 90 Säuglingen (12–18 Monate) unter Verwendung von Split-Screen-Eye-Tracking bei sozialen/nicht-sozialen Reizen mit gleichzeitiger Herzratenvariabilitätsmessung. Eine Folgeuntersuchung zur Klassifizierung neurodevelopmentaler Ergebnisse erfolgte im Alter von 24–65 Monaten.

Studienlimitierungen

Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract. Studienumfang relativ klein (n=90) mit ungleichen Gruppengrößen. Erfordert Replikation in größeren, vielfältigeren Populationen vor der klinischen Umsetzung.

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