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Jetlag macht Eishockeyspieler aggressiver und anfälliger für Strafzeiten

NHL-Teams, die hinter ihrem zirkadianen Rhythmus spielen, erhalten weniger Strafminuten, während jene, die ihm voraus sind, mehr erhalten – dies zeigt, wie die innere Uhr das Verhalten beeinflusst.

Sonntag, 29. März 2026 2 Aufrufe
Veröffentlicht in Chronobiology international
Scientific visualization: Jet Lag Makes Hockey Players More Aggressive and Prone to Penalties

Zusammenfassung

Professionelle Eishockeyspieler erhalten mehr Strafzeiten, wenn ihre innere Uhr der ihrer Gegner voraus ist – das zeigt eine Analyse von über 27.000 NHL-Spielen. Mannschaften, die im Vergleich zu ihren Gegnern an einem späteren Punkt ihres zirkadianen Zyklus spielten, wurden häufiger und für längere Zeiträume bestraft. Dies deutet darauf hin, dass eine zirkadiane Fehlanpassung durch Reisen nicht nur die Leistung beeinträchtigt, sondern auch die Verhaltenskontrolle und Entscheidungsfindung. Die Ergebnisse verdeutlichen, wie Jetlag und Zeitzonenverschiebungen Aggressivität und Impulskontrolle in Hochdrucksituationen beeinflussen können – mit Implikationen für alle, die häufig Zeitzonen überqueren.

Detaillierte Zusammenfassung

Deine innere Uhr beeinflusst nicht nur den Schlaf – sie kann dich auch aggressiver machen und zu schlechteren Entscheidungen verleiten. Eine neue Studie, die über 27.000 NHL-Spiele aus den Jahren 2009–2021 ausgewertet hat, zeigt, dass Mannschaften, die ihrem natürlichen zirkadianen Rhythmus voraus spielen, deutlich mehr Strafen erhalten als ihre Gegner.

Die Forscher untersuchten, wie reisebedingte Zeitzonenunterschiede zwischen den gegeneinander antretenden Teams das Strafverhalten beeinflussten. Anhand aktueller Reisemuster wurden die Mannschaften danach kategorisiert, ob sie ihrem zirkadianen Timing voraus, hinterher oder im Gleichklang mit dem Gegner spielten.

Die Ergebnisse waren auffällig: Mannschaften, die sich in einer späteren Phase ihres zirkadianen Zyklus befanden, erhielten mehr Strafen und sammelten mehr Strafminuten an als Teams, die hinter ihrem Rhythmus oder im Einklang mit dem Gegner lagen. Teams, die ihrem zirkadianen Timing hinterherhinkten, erhielten sogar weniger Strafen – ein Hinweis auf bessere Verhaltenskontrolle.

Das hat Bedeutung weit über den Sport hinaus. Zirkadiane Störungen beeinflussen Entscheidungsfindung, Impulskontrolle und emotionale Regulierung – alles entscheidend für Langlebigkeit und Gesundheit. Eine schlechte zirkadiane Ausrichtung wird mit erhöhter Entzündungsneigung, metabolischen Störungen und beschleunigter Alterung in Verbindung gebracht. Die Hockey-Ergebnisse zeigen, wie selbst Spitzensportler bei einer Fehlausrichtung ihrer inneren Uhr Schwierigkeiten haben, ihr Verhalten zu kontrollieren.

Für die Gesundheitsoptimierung unterstreicht diese Forschung, wie wichtig es ist, regelmäßige Schlaf-Wach-Zyklen beizubehalten und die Auswirkungen von Jetlag zu minimieren. Vielflieger, Schichtarbeiter und alle mit unregelmäßigen Tagesabläufen könnten ähnliche Einbußen bei Urteilsvermögen und Selbstkontrolle erleben – mit möglichen Folgen für alles von Ernährungsentscheidungen bis hin zu zwischenmenschlichen Konflikten. Die Studie basiert auf Beobachtungsdaten aus Profispielen, sodass sich die Ergebnisse möglicherweise nicht vollständig auf den Alltag übertragen lassen. Die biologischen Mechanismen, die dem zirkadianen Einfluss auf das Verhalten zugrunde liegen, sind jedoch universell.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Teams playing ahead of their circadian rhythm received significantly more penalties
  • Teams behind their body clock timing showed better behavioral control with fewer penalties
  • Circadian misalignment affects decision-making and impulse control in high-pressure situations
  • Travel-induced jet lag impacts behavior beyond just physical performance

Methodik

Beobachtungsstudie mit 27.642 NHL-Spielen aus den Jahren 2009–2021. Die Forscher berechneten reiseangepasste Zeitzonen für jedes Team und verglichen Strafmaßnahmen mithilfe einer einfaktoriellen ANOVA mit Post-hoc-Analysen.

Studienlimitierungen

Das Beobachtungsdesign kann keine Kausalität beweisen. Ergebnisse von Spitzensportlern lassen sich möglicherweise nicht auf die Allgemeinbevölkerung übertragen. Andere Faktoren wie Schiedsrichterverzerrung oder Spielsituationen wurden nicht vollständig kontrolliert.

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