Niedrige Folatspiegel mit schlechter Spermienqualität bei gesunden jungen Männern in Verbindung gebracht
Männer mit niedrigeren Folatwerten hatten signifikant weniger Spermien und eine höhere Wahrscheinlichkeit für eine abnorme Samenanalyse, wie eine neue Querschnittsstudie zeigt.
Zusammenfassung
Eine spanische Querschnittsstudie mit 197 gesunden Männern im Alter von 18 bis 40 Jahren ergab, dass jene mit den niedrigsten Folat-Konzentrationen im Plasma und in den roten Blutkörperchen signifikant geringere Spermienanzahlen aufwiesen und im Vergleich zu den Männern mit den höchsten Folat-Spiegeln mehr als dreimal so häufig ein abnormales Spermiogramm zeigten. Cobalamin- und Homocysteinspiegel standen nicht in signifikantem Zusammenhang mit der Spermienqualität. Darüber hinaus wiesen Männer mit der genetischen Variante MTHFD1 1958AA – die den Folatstoffwechsel beeinträchtigt – eine verminderte Spermienmotilität sowie ein erhöhtes Risiko für ein abnormales Spermiogramm auf. Diese Ergebnisse legen nahe, dass der Folatstatus und damit verbundene genetische Faktoren die Spermienproduktion und -funktion auch bei Männern ohne offensichtliche Fertilitätsprobleme maßgeblich beeinflussen.
Detaillierte Zusammenfassung
Die männliche Fruchtbarkeit nimmt weltweit ab, und Ernährungsfaktoren spielen dabei möglicherweise eine größere Rolle als bisher angenommen. Der Folat-vermittelte Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsel ist grundlegend für die DNA-Synthese, Methylierung und genomische Stabilität während der Spermienproduktion – Prozesse, die sehr empfindlich auf die Verfügbarkeit von Mikronährstoffen reagieren. Dennoch blieben die Belege für einen Zusammenhang zwischen dem Folatstatus und der Spermienqualität bei gesunden, nicht unfruchtbaren Männern bisher begrenzt.
Forscher der Universitat Rovira i Virgili in Spanien führten die Led-Fertyl-Querschnittsstudie durch und rekrutierten zwischen 2021 und 2023 insgesamt 197 gesunde Männer im Alter von 18 bis 40 Jahren. Sie maßen Plasmafolat, Folat in roten Blutkörperchen (RBCF), Plasmacobalamin, Gesamthomocystein sowie wichtige genetische Polymorphismen, die den Folat- und Cobalaminstoffwechsel beeinflussen. Die Spermienqualität wurde anhand der WHO-Kriterien von 2010 bewertet.
Die Ergebnisse hinsichtlich Folat waren bemerkenswert. Männer im untersten Tertil des Plasmafolats (unter 11,9 nmol/L) wiesen im Vergleich zu jenen im obersten Tertil (17,0 nmol/L oder höher) signifikant niedrigere Spermienkonzentrationen auf und hatten ein mehr als dreifach erhöhtes Risiko für ein abnormales Seminogramm (OR 3,37). Ähnliche Muster zeigten sich für das Folat in roten Blutkörperchen. Weder ein Cobalaminmangel noch erhöhtes Homocystein waren in dieser Kohorte unabhängig mit Spermienparametern assoziiert.
Die Genetik fügte eine weitere Dimension hinzu: Männer, die den MTHFD1 1958AA-Genotyp trugen – eine Variante, die die Effizienz des Folat-vermittelten Ein-Kohlenstoff-Stoffwechsels vermindert – wiesen eine um nahezu 8 Prozentpunkte niedrigere progressive Spermienmotilität auf und hatten im Vergleich zu GG-Trägern ein mehr als vierfach erhöhtes Risiko für ein abnormales Seminogramm.
Diese Erkenntnisse legen nahe, dass selbst Folatspiegel im nicht-defizienten Bereich die Spermienproduktion und -motilität bedeutsam beeinflussen können. Kliniker, die männliche Fruchtbarkeit oder präkonzeptionelle Gesundheit beurteilen, könnten davon profitieren, den Folatstatus routinemäßig zu erfassen. Zu den Einschränkungen zählen das Querschnittsdesign, das keine kausalen Schlussfolgerungen erlaubt, sowie der Umstand, dass diese Zusammenfassung ausschließlich auf dem Abstract basiert, da der Volltext nicht verfügbar war.
Wichtigste Erkenntnisse
- Men with the lowest plasma folate had 3.4x higher odds of an abnormal semen analysis versus highest-folate men.
- Low red blood cell folate was independently associated with lower sperm count and 2.3x greater odds of abnormal seminogram.
- The MTHFD1 1958AA genotype was linked to ~8% lower progressive sperm motility and 4.4x higher odds of abnormal seminogram.
- Cobalamin deficiency and elevated homocysteine were not significantly associated with sperm quality parameters.
- Folate deficiency was uncommon (4.6% plasma, 2.6% RBCF), yet even lower-normal levels correlated with worse sperm quality.
Methodik
Dies war eine Querschnittsstudie mit 197 gesunden Männern im Alter von 18 bis 40 Jahren, die zwischen 2021 und 2023 in Spanien rekrutiert wurden. Zu den Biomarkern zählten Folat in Plasma und roten Blutkörperchen, Cobalamin, Gesamthomocystein sowie relevante SNPs; die Spermienqualität wurde anhand der WHO-Kriterien von 2010 bewertet. Die Zusammenhänge wurden mittels multivariater linearer und logistischer Regression analysiert.
Studienlimitierungen
Das Querschnittsdesign verhindert kausale Schlussfolgerungen – es ist unbekannt, ob eine Erhöhung des Folatspiegel die Spermienqualität verbessern würde. Die Stichprobe von 197 Männern aus einer einzigen spanischen Region könnte die Generalisierbarkeit einschränken. Diese Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract, da der vollständige Text nicht verfügbar war; vollständige Methodik, Kovariaten und ergänzende Daten konnten nicht überprüft werden.
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