Brain HealthPressemitteilung

Musikmachen in den 70ern schützt das Gedächtnis und verlangsamt den Hirnschwund

Eine 4-jährige Studie der Universität Kyoto ergab, dass ältere Erwachsene, die weiterhin Instrumente spielten, ihr Gedächtnis besser bewahrten und weniger graue Hirnsubstanz verloren.

Sonntag, 14. Juni 2026 5 Aufrufe
Veröffentlicht in ScienceDaily Brain
Article visualization: Playing Music in Your 70s Shields Memory and Slows Brain Shrinkage

Zusammenfassung

Eine vierjährige Studie der Universität Kyoto ergab, dass ältere Erwachsene, die nach einer ersten Ausbildung weiterhin ein Musikinstrument spielten, ihr verbales Arbeitsgedächtnis beibehielten und eine deutlich geringere Schrumpfung des Putamens aufwiesen – einer Hirnregion, die für das Lernen von entscheidender Bedeutung ist. Die Teilnehmer waren zu Studienbeginn im Durchschnitt 73 Jahre alt. Diejenigen, die das Üben aufgaben, zeigten messbare Gedächtniseinbußen und einen Verlust an grauer Substanz, während dies bei denjenigen, die weiterspielten, nicht der Fall war. Hirnscans zeigten zudem eine erhöhte Kleinhirnaktivität in der weiterspielenden Gruppe. Die Ergebnisse legen nahe, dass das Erlernen und konsequente Weiterführen eines Musikinstruments im späteren Leben eine praktische und zugängliche Strategie zum Schutz der kognitiven Gesundheit im Alter sein kann – und dass es nie zu spät ist, in den Genuss dieser positiven Auswirkungen auf das Gehirn zu kommen.

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Detaillierte Zusammenfassung

Kognitive Beeinträchtigungen zählen zu den am meisten gefürchteten Folgen des Alterns, wobei das Arbeitsgedächtnis zu den ersten Fähigkeiten gehört, die nachlassen. Eine neue Längsschnittstudie der Kyoto University liefert ermutigende Belege dafür, dass das Erlernen und fortgesetzte Spielen eines Musikinstruments im Alter den kognitiven Abbau spürbar verlangsamen kann – selbst wenn man erst mit Anfang siebzig damit beginnt.

Die Studie folgte Teilnehmenden einer Studie aus dem Jahr 2020, bei der Erwachsene mit einem Durchschnittsalter von 73 Jahren erstmals vier Monate lang ein Musikinstrument erlernten. Nach dieser ersten Phase übten etwa die Hälfte der Teilnehmenden über drei Jahre lang weiter, während die übrigen aufhörten und anderen Hobbys nachgingen. Vier Jahre nach Beginn der ursprünglichen Studie unterzogen sich alle Teilnehmenden MRT-Hirnscans und kognitiven Beurteilungen, darunter Tests des verbalen Arbeitsgedächtnisses.

Die Ergebnisse waren bemerkenswert. Jene, die das Üben aufgegeben hatten, zeigten signifikante Abnahmen im verbalen Arbeitsgedächtnis sowie eine verringerte Graumateriemenge im rechten Putamen – einer Hirnregion, die am motorischen Lernen und der Gewohnheitsbildung beteiligt ist. Jene, die weiterhin spielten, zeigten weder denselben Gedächtnisrückgang noch einen vergleichbaren Schwund des Putamens. Die cerebelläre Aktivität war bei den weiter musizierenden Personen zudem deutlich höher, was auf breitere neuroprotektive Effekte in Regionen hindeutet, von denen bekannt ist, dass sie auf musikalisches Training ansprechen.

Was diese Forschung für auf Langlebigkeit ausgerichtete Menschen besonders bedeutsam macht, ist die Tatsache, dass die Vorteile bei Menschen auftraten, die als Anfänger im frühen siebten Lebensjahrzehnt begannen. Dies stellt die Annahme in Frage, dass hirnschützende Aktivitäten früh im Leben beginnen müssen, um wirksam zu sein. Die Studie legt nahe, dass Neuroplastizität bis ins höhere Alter nutzbar bleibt.

Einschränkungen sind zu beachten: Die Stichprobe stammte aus einer einzigen früheren Studie, was deren Umfang und Diversität wahrscheinlich begrenzte. Ein Selbstselektionsbias könnte bedeuten, dass jene, die weiterhin übten, bereits über eine größere kognitive Resilienz verfügten. Größere, randomisierte kontrollierte Studien sind erforderlich, um Kausalität zu bestätigen und festzustellen, welche Instrumente oder Übungsdauern den größten Nutzen bringen.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Older adults who kept playing instruments for 3+ years preserved verbal working memory compared to those who quit.
  • Continuing musicians showed significantly less gray matter shrinkage in the right putamen after four years.
  • Cerebellar activity was measurably greater in those who maintained musical practice.
  • Benefits were observed in adults who began learning instruments for the first time in their early 70s.
  • Results suggest neuroplasticity and music-driven brain protection remain accessible in later life.

Methodik

Dies ist eine Forschungszusammenfassung, die auf einer longitudinalen Follow-up-Studie der Universität Kyoto basiert und über ScienceDaily veröffentlicht wurde. Die Evidenzgrundlage bildet eine vierjährige Beobachtungs-Follow-up-Untersuchung von Teilnehmern eines kontrollierten Versuchs aus dem Jahr 2020, unter Verwendung von MRT-Neuroimaging und standardisierten kognitiven Assessments. Die Glaubwürdigkeit der Quelle ist aufgrund des institutionellen Ursprungs hoch, jedoch sollte das vollständige, begutachtete Fachjournal konsultiert werden, um Stichprobengröße und statistische Methoden zu beurteilen.

Studienlimitierungen

Die Studie verfolgt Teilnehmer aus einem einzigen früheren Trial, was wahrscheinlich eine kleine und demografisch begrenzte Stichprobe bedeutet, die die Verallgemeinerbarkeit einschränkt. Selbstselektionsbias ist ein Problem, da sich diejenigen, die die Praxis fortsetzten, systematisch von denen unterscheiden könnten, die aufgehört haben. Die vollständige peer-reviewte Publikation sollte überprüft werden, um Stichprobengröße, statistische Aussagekraft und die angemessene Kontrolle von Störvariablen zu bestätigen.

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