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Verarbeitete Lebensmittel und Brustkrebsrisiko — Alkohol ist der eigentliche Übeltäter

Eine 13-jährige italienische Kohortenstudie zeigt, dass stark verarbeitete Lebensmittel das Brustkrebsrisiko nicht erhöhen, alkoholische Getränke jedoch schon.

Dienstag, 21. April 2026 2 Aufrufe
Veröffentlicht in Am J Clin Nutr
A grocery store display showing a split scene: fresh vegetables and whole foods on one side, packaged processed snacks and wine bottles on the other

Zusammenfassung

Eine große italienische Studie verfolgte über 11.000 Frauen mehr als 13 Jahre lang, um zu untersuchen, ob der vermehrte Konsum von verarbeiteten oder stark verarbeiteten Lebensmitteln das Brustkrebsrisiko erhöht. Mithilfe des Nova-Lebensmittelklassifikationssystems stellten die Forscher fest, dass stark verarbeitete Lebensmittel nicht signifikant mit der Brustkrebsinzidenz in Verbindung standen. Die einzige Kategorie, die ein erhöhtes Risiko zeigte – verarbeitete Lebensmittel –, verlor ihre statistische Signifikanz, sobald alkoholische Getränke aus der Analyse herausgenommen wurden. Dies deutet darauf hin, dass Alkohol – und nicht die Lebensmittelverarbeitung an sich – für den scheinbaren Zusammenhang verantwortlich ist. Die Ergebnisse stimmen mit früheren, nicht eindeutigen Forschungsergebnissen überein und unterstreichen, dass pauschale Warnungen vor verarbeiteten Lebensmitteln und Brustkrebs ein differenzierteres Bild möglicherweise zu stark vereinfachen – eines, in dem bestimmte Lebensmittel, insbesondere Alkohol, eine größere Rolle spielen als der Verarbeitungsgrad allein.

Detaillierte Zusammenfassung

Bedenken hinsichtlich Ultra-Processed Foods (UPFs) und Krebsrisiko haben in den letzten Jahren erheblich zugenommen, doch der spezifische Zusammenhang mit Brustkrebs ist nach wie vor wenig verstanden. Diese Studie liefert wichtige prospektive Daten zu einer laufenden wissenschaftlichen Debatte darüber, ob die Lebensmittelverarbeitung an sich – unabhängig von der Nährwertqualität – die Krebsentstehung beeinflusst.

Die Forschenden analysierten 11.442 krebsfreie italienische Frauen, die zwischen 2005 und 2010 in die Moli-sani Study aufgenommen wurden. Die Nahrungsaufnahme wurde zu Studienbeginn mithilfe eines validierten Ernährungshäufigkeitsfragebogens mit 188 Einträgen erfasst, wobei die Lebensmittel in vier Nova-Gruppen eingeteilt wurden: unverarbeitet oder minimal verarbeitet, kulinarische Zutaten, verarbeitete Lebensmittel und Ultra-Processed Foods. Neu aufgetretene Brustkrebsfälle wurden über Krankenhausentlassungsberichte und Krankenakten über einen medianen Nachbeobachtungszeitraum von 13,1 Jahren bestätigt, woraus 295 bestätigte Fälle resultierten.

Der zentrale Befund lautet, dass UPF-Konsum nicht signifikant mit dem Brustkrebsrisiko assoziiert war (HR 1,04, 95% CI 0,72–1,51 für das höchste vs. niedrigste Quartil). Verarbeitete Lebensmittel schienen ein erhöhtes Risiko zu tragen (HR 1,55, 95% CI 1,10–2,17), doch dieser Zusammenhang verschwand vollständig, nachdem alkoholische Getränke aus dieser Kategorie entfernt wurden – der HR sank auf 0,94. Über Brustkrebssubtypen, Menopausenstatus oder Hormonrezeptorstatus hinweg wurden keine Assoziationen gefunden.

Für Kliniker und gesundheitsbewusste Personen ist die praktische Schlussfolgerung klar: Alkoholkonsum bleibt der dominierende ernährungsbedingte Risikofaktor für Brustkrebs, und der Verarbeitungsgrad von Lebensmitteln erscheint als nachrangige Überlegung. Breit angelegte Botschaften, die Menschen dazu auffordern, alle verarbeiteten Lebensmittel zu meiden, könnten von der evidenzbasierteren Empfehlung ablenken, Alkohol zu reduzieren.

Zu den Einschränkungen zählen das Beobachtungsdesign, das keine Kausalität belegen kann, sowie die überwiegend italienische Bevölkerung mit Mittelmeerdiät, was die Generalisierbarkeit einschränken kann. Die Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract, sodass vollständige methodische Details und Subgruppenanalysen nicht verfügbar sind.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Ultra-processed food consumption was not significantly associated with breast cancer risk over 13 years.
  • Processed foods appeared to raise breast cancer risk, but this was entirely explained by alcoholic beverages.
  • Removing alcohol from the processed foods category eliminated the elevated risk signal (HR 0.94).
  • No association was found between food processing level and breast cancer subtypes or hormone receptor status.
  • Findings reinforce alcohol — not food processing per se — as the key dietary breast cancer risk factor.

Methodik

Prospektive Longitudinal-Kohortenstudie mit 11.442 italienischen Frauen aus der Moli-sani-Studie (2005–2010) mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 13,1 Jahren (146.522 Personenjahre). Die Nahrungsaufnahme wurde mittels eines 188-Punkte-Ernährungshäufigkeitsfragebogens erfasst und anhand des Nova-Klassifikationssystems kategorisiert. Es wurden multivariable ursachenspezifische Cox-Proportional-Hazard-Modelle verwendet, die für bekannte Brustkrebsrisikofaktoren adjustiert wurden.

Studienlimitierungen

Die Studie ist beobachtend und kann keinen Kausalzusammenhang zwischen Ernährungsmustern und Brustkrebs herstellen. Die Kohorte stammt aus einer einzigen italienischen Region mit einer überwiegend mediterranen Ernährung, was die Übertragbarkeit auf andere Bevölkerungsgruppen mit höherem UPF-Konsum einschränken kann. Diese Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract; die vollständige Methodik, Kovariatenanpassungen und Sensitivitätsanalysen standen nicht zur Überprüfung zur Verfügung.

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