Regenerative MedicineKlinische StudieKostenpflichtig

Wiederholte Stammzellinjektionen zeigen vielversprechendes Sicherheitsprofil bei ALS-Patienten

Eine Phase-1/2-Studie testet vier Runden intrathekaler MSC-Injektionen bei ALS-Patienten und zielt dabei sowohl auf Sicherheit als auch auf den Krankheitsverlauf ab.

Mittwoch, 13. Mai 2026 4 Aufrufe
Veröffentlicht in ClinicalTrials.gov
A neurologist in scrubs performing a lumbar puncture procedure on a patient lying on a clinical examination table in a hospital setting

Zusammenfassung

Forscher der Hadassah Medical Organization führten eine klinische Phase-1/2-Studie durch, in der sie untersuchten, ob die wiederholte Injektion eigener Knochenmarkstammzellen direkt in die Rückenmarksflüssigkeit das Fortschreiten von ALS verlangsamen kann. Zwanzig Patienten mit bestätigter ALS und relativ frühem Krankheitsstadium erhielten vier intrathekale Injektionen mesenchymaler Stammzellen im Abstand von jeweils drei Monaten. Im Vordergrund standen Sicherheit und Verträglichkeit; als sekundäre Endpunkte wurde das Fortschreiten der Erkrankung erfasst. Für ALS stehen derzeit nur sehr begrenzte Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung, und Stammzelltherapien gelten als einer der vielversprechenderen experimentellen Ansätze. Diese abgeschlossene Studie liefert wichtige Daten dazu, ob eine wiederholte Dosierung autologer MSCs ohne schwerwiegende unerwünschte Ereignisse durchführbar ist – ein entscheidender Schritt, bevor größere, auf Wirksamkeit ausgerichtete Studien konzipiert werden können. Die Ergebnisse dieser Studie könnten die Zukunft regenerativmedizinischer Ansätze bei neurodegenerativen Erkrankungen mitgestalten.

Detaillierte Zusammenfassung

Amyotrophe Lateralsklerose bleibt eine der verheerendsten Diagnosen der Medizin: Betroffene sehen sich mit fortschreitendem Motoneuronverlust, Lähmungen und einer medianen Überlebenszeit von zwei bis fünf Jahren konfrontiert. Die bisher zugelassenen Behandlungen bieten nur bescheidenen Nutzen, weshalb die Suche nach regenerativen oder krankheitsmodifizierenden Therapien dringend ist. Mesenchymale Stammzellen stoßen aufgrund ihrer potenziellen neuroprotektiven und entzündungshemmenden Eigenschaften auf großes Interesse – doch die optimale Dosierstrategie, insbesondere die Frage, ob wiederholte Verabreichungen sicher sind, blieb bislang ungeklärt.

Diese abgeschlossene Phase-1/2-Studie, gesponsert von der Hadassah Medical Organization in Israel, schloss 20 Patienten im Alter von 20 bis 70 Jahren mit einer gesicherten ALS-Diagnose, einem ALS Functional Rating Scale Revised-Score von mindestens 20 und einer Krankheitsdauer von unter drei Jahren ein. Jeder Teilnehmer erhielt vier intrathekale Injektionen autologer, aus dem Knochenmark gewonnener mesenchymaler Stammzellen im Abstand von drei Monaten – ein Protokoll, das prüfen sollte, ob eine anhaltende MSC-Exposition einen kumulativen therapeutischen Nutzen bieten kann und dabei verträglich bleibt.

Die primären Endpunkte konzentrierten sich auf Sicherheit und Verträglichkeit mit der Frage, ob die wiederholte lumbalpunktionsbasierte Zellapplikation schwerwiegende unerwünschte Ereignisse hervorruft. Sekundäre Endpunkte erfassten Wirksamkeitssignale, darunter die Rate des funktionellen Abbaus, respiratorische Messgrößen und weitere Marker des Krankheitsverlaufs. Das autologe Design – bei dem die eigenen Zellen jedes Patienten verwendet werden – reduziert das Risiko immunologischer Abstoßungsreaktionen und umgeht ethische Bedenken im Zusammenhang mit Spenderzellen.

Für Kliniker ist diese Studie bedeutsam, weil sie eine praktische Hürde der MSC-Therapie direkt adressiert: die Unsicherheit hinsichtlich wiederholter Dosierung. Wenn vier Verabreichungen gut verträglich sind, ebnet dies den Weg für größere randomisierte kontrollierte Studien, die darauf ausgelegt sind, eine klinisch bedeutsame Verlangsamung der Krankheitsprogression nachzuweisen.

Einschränkungen sind zu beachten. Es handelt sich um eine offene Einfachzentrum-Studie ohne Kontrollgruppe, was es unmöglich macht, eine beobachtete Stabilisierung der Behandlung statt natürlicher Variation zuzuschreiben. Die kleine Stichprobe von 20 Patienten begrenzt die Verallgemeinerbarkeit, und vollständige Ergebnisse einschließlich Wirksamkeitsdaten wurden auf Basis verfügbarer Informationen nicht in der Fachliteratur nach Peer-Review veröffentlicht.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Four intrathecal MSC injections at 3-month intervals were evaluated for safety in 20 ALS patients.
  • Autologous bone marrow-derived MSCs were used, minimizing immune rejection risk.
  • Only patients with early-stage disease (ALS-FRS-R ≥20, duration <3 years) were enrolled.
  • Trial is completed, providing foundational safety data to guide future larger efficacy trials.
  • Phase 1/2 design allows preliminary efficacy signals to be captured alongside safety monitoring.

Methodik

Offene, monozentrische Phase-1/2-Studie ohne Kontrollarm, in der 20 ALS-Patienten vier intrathekale autologe MSC-Injektionen im Abstand von drei Monaten erhielten. Primäre Endpunkte waren Sicherheit und Verträglichkeit; sekundäre Endpunkte erfassten funktionelle Maße und Parameter der Krankheitsprogression. Das Fehlen von Randomisierung und Verblindung schränkt die kausale Interpretation etwaiger Wirksamkeitssignale ein.

Studienlimitierungen

Das offene, monozentrische Design ohne Kontrollgruppe macht es unmöglich, Behandlungseffekte von der natürlichen Krankheitsvariabilität oder dem Placebo-Effekt zu trennen. Die Stichprobengröße von 20 Patienten ist zu gering, um Schlussfolgerungen zur Wirksamkeit zu ziehen. Diese Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract, da vollständige Studienergebnisse und eine begutachtete Publikation nicht verfügbar waren.

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