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Zweckentfremdetes Anti-Übelkeits-Medikament TEP im Test zum Abbau von Alzheimer-Plaques im Gehirn

Eine Phase-2-Studie untersucht, ob Thiethylperazin, ein jahrzehntealtes Antiemetikum, toxisches Amyloid-Beta aus den Gehirnen von Patienten mit früher Alzheimer-Erkrankung entfernen kann.

Freitag, 12. Juni 2026 5 Aufrufe
Veröffentlicht in Alzheimer's Prevention & Treatment Trials
An elderly patient seated at a clinical table performing a cognitive test with a neurologist, prescription pill bottle visible in the foreground

Zusammenfassung

Forscher führten eine Phase-2-Proof-of-Mechanism-Studie durch, in der Thiethylperazin (TEP) – ein seit 1961 zur Behandlung von Übelkeit und Schwindel zugelassenes Medikament – als potenzielles Therapeutikum für die frühe Alzheimer-Erkrankung getestet wurde. Der Ansatz ist vielversprechend: Präklinische Studien an Alzheimer-Mausmodellen zeigten, dass TEP aktiv den Transport toxischer Amyloid-Beta-Peptide aus dem Gehirn in den Blutkreislauf fördert und außerdem Lerndefizite bei Tieren verbesserte. Da TEP auf jahrzehntelange Sicherheitsdaten zurückblicken kann, war es ein geeigneter Kandidat für eine beschleunigte klinische Prüfung am Menschen. In die Studie wurden 20 Teilnehmer mit früher bis leichter Alzheimer-Erkrankung aufgenommen und mit gesunden Probanden verglichen. Die Untersucher maßen, ob TEP die Amyloid-Beta-Spiegel im Blut erhöhte – als indirektes Maß für eine verbesserte Clearance im Gehirn – und verfolgten die kognitiven Ergebnisse. Die Studie wurde im Oktober 2021 abgeschlossen, vollständige Ergebnisse wurden jedoch noch nicht in der begutachteten Fachliteratur veröffentlicht.

Detaillierte Zusammenfassung

Die Alzheimer-Krankheit zählt nach wie vor zu den verheerendsten und therapieresistentesten Erkrankungen alternder Bevölkerungen. Eine aufkommende Hypothese konzentriert sich nicht auf die Verhinderung der Amyloid-beta-Produktion, sondern auf die Beschleunigung seiner Entfernung aus dem Gehirn. Diese Studie prüfte, ob ein umgewidmetes Medikament genau das leisten kann.

Thiethylperazine (TEP) ist ein Phenothiazin-Klasse-Medikament, das seit 1961 hauptsächlich gegen Übelkeit, Erbrechen und Schwindel zugelassen ist. Sein etabliertes Sicherheitsprofil machte es zu einem attraktiven Kandidaten für eine schnelle klinische Umsetzung. Präklinische Arbeiten an Alzheimer-Mausmodellen zeigten, dass TEP den aktiven Transport von Amyloid-beta-Peptiden über die Blut-Hirn-Schranke in das periphere Blut fördert — und damit das Gehirn effektiv von toxischen Proteinaggregaten befreit. Dieselben Tierstudien berichteten zudem von einer Verbesserung der Lern- und Gedächtnisdefizite.

Diese multizentrische Phase-2-Wirksamkeitsnachweisstudie schloss 20 Probanden mit früher bis leichter Alzheimer-Erkrankung ein und verglich deren Ansprechen mit dem gesunder Freiwilliger. Die primäre Fragestellung war, ob TEP die Amyloid-beta-Spiegel im Blut von AD-Patienten messbar erhöhen kann — ein Biomarkersignal, das auf einen verstärkten Transport vom Gehirn ins Blut hinweist. Sekundäre Endpunkte umfassten Beurteilungen der kognitiven Funktion. Die Studie lief von Ende 2017 bis Oktober 2021.

Die Ergebnisse dieser abgeschlossenen Studie sind bislang noch nicht in einer vollständigen, von Fachkollegen begutachteten Publikation erschienen, was die Interpretation einschränkt. Sollte TEP bei AD-Patienten im Vergleich zu Kontrollpersonen erfolgreich das periphere Amyloid-beta erhöht haben, würde dies den Transportmechanismus beim Menschen bestätigen und die Grundlage für größere Wirksamkeitsstudien schaffen. Selbst ein moderates Signal wäre wissenschaftlich bedeutsam, angesichts des bekannten Sicherheitsprofils des Medikaments und der geringen Entwicklungskosten als umgewidmeter Wirkstoff.

Die Einschränkungen sind erheblich: Die Stichprobengröße von 20 ist sehr klein, was die statistische Aussagekraft begrenzt. Das Studiendesign ist auf den Wirksamkeitsnachweis und nicht auf die Wirksamkeit ausgerichtet, was bedeutet, dass eine kognitive Verbesserung kein primärer Endpunkt war. Die vollständigen, von Fachkollegen begutachteten Ergebnisse stehen noch aus, und die lange Zeitspanne seit Studienabschluss wirft Fragen zur Ergebnisberichterstattung auf.

Wichtigste Erkenntnisse

  • TEP, a 60-year-old antiemetic, may enhance amyloid beta clearance from the brain into the bloodstream.
  • Preclinical AD mouse models showed TEP improved learning deficits alongside amyloid drainage.
  • The trial is one of few to target amyloid removal via transport enhancement rather than production inhibition.
  • Small 20-person enrollment limits statistical power; full results are not yet peer-reviewed.
  • TEP's long safety record could accelerate clinical translation if mechanism is confirmed in humans.

Methodik

Dies ist eine multizentrische Phase-2-Wirkungsmechanismus-Studie (Proof-of-Mechanism), die eine TEP-Behandlung bei 20 Probanden mit früher bis leichter Alzheimer-Erkrankung mit gesunden Probanden vergleicht. Der primäre Endpunkt war die Veränderung der Amyloid-beta-Spiegel im Blut als Biomarker für einen verbesserten Transport vom Gehirn ins Blut. Die Studie wurde von Immungenetics AG gesponsert und im Oktober 2021 abgeschlossen.

Studienlimitierungen

Die Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract und der ClinicalTrials.gov-Registrierung, da die vollständigen Studienergebnisse noch nicht in begutachteter Fachliteratur veröffentlicht wurden. Die Einbeziehung von lediglich 20 Teilnehmern schränkt die statistische Aussagekraft und Generalisierbarkeit erheblich ein. Die große zeitliche Lücke zwischen dem Abschluss der Studie (Oktober 2021) und dem Ausbleiben veröffentlichter Ergebnisse lässt Unklarheit hinsichtlich der Richtung und des Ausmaßes der Befunde entstehen.

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