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Zuckeralkohole Erythritol und Xylitol können die Blutgerinnung vorübergehend beeinflussen

Neue Übersichtsarbeit untersucht kardiovaskuläre Sicherheit der beliebten Zuckerersatzstoffe Erythrit und Xylitol angesichts jüngster Bedenken hinsichtlich des Thromboserisikos.

Sonntag, 5. April 2026 5 Aufrufe
Veröffentlicht in Cardiovasc Res
white crystalline erythritol and xylitol granules in separate glass bowls on a laboratory bench with molecular structure diagrams displayed on a computer screen in the background

Zusammenfassung

Diese umfassende Übersichtsarbeit untersucht die kardiovaskuläre Sicherheit der Zuckeralkohole Erythritol und Xylitol, beliebte kalorienfreie Süßungsmittel, die in Lebensmitteln und Nahrungsergänzungsmitteln eingesetzt werden. Obwohl neuere Studien darauf hindeuteten, dass diese Verbindungen das Thromboserisiko erhöhen könnten, bewerteten die Autoren die Datenlage als nicht schlüssig. Beide Substanzen werden vom menschlichen Körper auf natürliche Weise produziert und werden seit über 50 Jahren sicher verwendet. Die Übersichtsarbeit hebt hervor, dass Menschen mit seltenen genetischen Störungen, die chronisch erhöhte Erythritol-Spiegel aufweisen, keine erhöhte Gerinnungsneigung zeigen – was darauf hindeutet, dass die kardiovaskulären Bedenken möglicherweise übertrieben sind.

Detaillierte Zusammenfassung

Diese umfangreiche Übersichtsarbeit befasst sich mit den wachsenden Bedenken hinsichtlich der kardiovaskulären Sicherheit von Erythritol und Xylitol, zwei weit verbreiteten Zuckeralkoholen, die kürzlich mit einem erhöhten Blutgerinnungsrisiko in Verbindung gebracht wurden. Die Autoren untersuchten systematisch die Physiologie, den Stoffwechsel und die Sicherheitsdaten dieser beliebten kalorienfreien Süßungsmittel.

Die Übersichtsarbeit zeigt, dass beide Verbindungen natürlich vorkommende Substanzen sind, die in Beeren und Gemüse vorkommen und auch endogen vom menschlichen Körper produziert werden. Erythritol wird schnell aufgenommen und größtenteils unverändert über den Urin ausgeschieden, während Xylitol nur zu 50% aufgenommen und in der Leber metabolisiert wird. Bei der Einnahme erreicht Erythritol je nach Dosis (10–50 g) maximale Plasmakonzentrationen von 1.810–7.680 μM, während Xylitol nach 30 g-Dosen einen Spitzenwert von etwa 630 μM erreicht.

Entscheidend ist, dass die Autoren Patienten mit seltenen genetischen Störungen des Zuckeralkohol-Stoffwechsels untersuchten, die chronisch erhöhte Erythritol-Spiegel aufweisen. Trotz dieser erhöhten Konzentrationen erhöht keine dieser genetischen Erkrankungen das Risiko der Blutgerinnselbildung – was den postulierten Zusammenhang zwischen Zuckeralkoholen und kardiovaskulären Ereignissen in Frage stellt. Darüber hinaus lösen beide Verbindungen eine vorteilhafte Freisetzung von gastrointestinalen Hormonen aus, darunter GLP-1, und haben sättigende Wirkungen, die das Gewichtsmanagement unterstützen könnten.

Die Übersichtsarbeit weist darauf hin, dass neuere metabolomische Studien, die höhere Erythritol-Spiegel mit kardiovaskulären Risiken in Verbindung bringen, nicht zwischen endogener Produktion und Nahrungsaufnahme unterschieden haben. Wichtig ist, dass Studien an kritisch kranken Patienten, die große intravenöse Dosen erhielten, sowie Mendelian-Randomisierungs-Studien keine signifikanten kardiovaskulären Risiken belegt haben. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass zwar in Pilotstudien vorübergehende Auswirkungen auf die Thrombozytenaggregation beobachtet wurden, die Gesamtevidenz jedoch keinen ursächlichen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Zuckeralkoholen und kardiovaskulären Ereignissen stützt – insbesondere angesichts ihrer über 50-jährigen Sicherheitsbilanz in der Lebensmittel- und Pharmaindustrie.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Erythritol reaches peak plasma concentrations of 1,810-7,680 μM within 30-60 minutes depending on dose (10-50g)
  • Xylitol peaks at approximately 630 μM after 30g doses and returns to baseline within 4-6 hours
  • Patients with genetic disorders causing chronically elevated erythritol levels show no increased blood clotting risk
  • Both compounds trigger release of beneficial GI hormones including GLP-1 and have satiating effects
  • Erythritol preloads significantly decreased subsequent energy intake compared to sucralose, sucrose, or water
  • Long-term xylitol study (67g/day average, up to 400g/day) in 125 subjects over 2 years showed no adverse events beyond GI discomfort
  • Studies on critically ill patients receiving large IV doses found no significant cardiovascular risks

Methodik

Dies ist eine umfassende narrative Übersichtsarbeit, die Daten aus mehreren Quellen zusammenführt, darunter Absorptionsstudien, Fallberichte zu genetischen Störungen, metabolomische Profilierungsstudien und Langzeitsicherheitsstudien. Die Autoren untersuchten Erkenntnisse aus der wegweisenden Turku-Studie (125 Probanden über 2 Jahre), aktuellen Pilotstudien zur Thrombozytenaggregation, Mendelschen Randomisierungsstudien sowie klinischen Daten von Patienten mit seltenen genetischen Stoffwechselstörungen, die den Zuckeralkohol-Stoffwechsel beeinflussen.

Studienlimitierungen

Die Übersichtsarbeit weist darauf hin, dass die meisten Absorptionsstudien ausschließlich an gesunden Personen durchgeführt wurden und die Auswirkungen bei Menschen mit Adipositas oder Diabetes aufgrund veränderter Verdauungs-, Stoffwechsel- oder Nierenfunktion möglicherweise abweichen. Langzeitdaten zu den Auswirkungen des täglichen Konsums auf das Körpergewicht liegen noch nicht vor. Einige Autoren haben Interessenkonflikte im Zusammenhang mit Pharmaunternehmen, die Zuckeralkoholprodukte entwickeln.

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