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Ultra-verarbeitete Lebensmittel mit 3,4 Millionen Todesfällen jährlich in 45 Ländern in Verbindung gebracht

Eine Risikobewertung in 45 Ländern zeigt, dass ein UPF-Konsum von mehr als 10 % der Kalorien jährlich Millionen vermeidbarer Todesfälle und Diabetesfälle verursacht.

Samstag, 27. Juni 2026 8 Aufrufe
Veröffentlicht in Am J Clin Nutr
A supermarket aisle packed with colorful packaged snacks, chips, and sugary cereals under bright fluorescent lights, contrasted with a small pile of fresh vegetables in the foreground

Zusammenfassung

Eine groß angelegte komparative Risikoabschätzung in 45 Ländern ergab, dass ein Konsum von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln, der mehr als 10 % der täglichen Kalorienzufuhr überschreitet, mit rund 3,4 Millionen Todesfällen und über 5,6 Millionen durch Typ-2-Diabetes bedingten disability-adjusted life years jährlich in Verbindung steht. Die Belastung trifft vor allem einkommensstarke Länder am härtesten – die USA und Großbritannien weisen die gravierendsten Zahlen auf, wobei mehr als 40 % der Typ-2-Diabetes-Fälle möglicherweise auf ultra-verarbeitete Lebensmittel zurückzuführen sind. Einkommensschwächere Länder verzeichnen derzeit geringere Belastungen, sehen sich jedoch einem steigenden Risiko ausgesetzt, da westliche Ernährungssysteme traditionelle Ernährungsweisen verdrängen. Die Forschenden verwendeten etablierte Dosis-Wirkungs-Daten aus Metaanalysen in Kombination mit WHO-Schätzungen zur Krankheitslast sowie Monte Carlo-Simulationen zur Quantifizierung der Unsicherheit. Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an Reformen der Ernährungspolitik, insbesondere in Ländern, die sich in einem raschen Ernährungswandel befinden.

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Detaillierte Zusammenfassung

Ultra-verarbeitete Lebensmittel (UPFs) – industriell hergestellte Produkte, die mit Zusatzstoffen, Konservierungsmitteln und raffinierten Zutaten beladen sind – dominieren heute die Ernährung in wohlhabenden Ländern und verbreiten sich rasant in einkommensschwächere Länder. Trotz starker epidemiologischer Zusammenhänge mit chronischen Erkrankungen war die tatsächliche globale Todes- und Behinderungslast, die auf UPFs zurückzuführen ist, über verschiedene Wirtschaftsräume hinweg noch nie streng quantifiziert worden – bis jetzt.

Forscher aus Vietnam und Taiwan führten eine vergleichende Risikoabschätzung durch, die 47 Ernährungserhebungen aus Ländern aller Einkommensgruppen der Weltbank umfasste. Sie erhoben UPF-Aufnahmedaten (gemessen als prozentualer Anteil der Gesamtenergie aus NOVA-Gruppe-4-Lebensmitteln), wendeten Dosis-Wirkungs-Relative-Risiken aus veröffentlichten Metaanalysen an und glichen diese mit den WHO Global Health Estimates 2021 für acht nicht-übertragbare Krankheitsendpunkte ab. Typ-2-Diabetes war der vorab festgelegte primäre Endpunkt. Monte-Carlo-Simulationen mit 10.000 Iterationen lieferten robuste Schätzungen der Unsicherheit.

Die Ergebnisse sind eindrücklich. Der UPF-Konsum reichte von lediglich 4 % der Kalorien in Äthiopien bis zu 57,5 % in den Vereinigten Staaten. In Hocheinkommensländern wurden UPFs im Durchschnitt für mehr als 20 % der Typ-2-Diabetes-Last verantwortlich geschätzt – mit Spitzenwerten von 41,4 % in den USA und 40,8 % im Vereinigten Königreich. Über alle 45 Länder hinweg war ein UPF-Konsum oberhalb der Schwelle von 10 % der Energiezufuhr mit schätzungsweise 3,4 Millionen Todesfällen und 5,67 Millionen Typ-2-Diabetes-DALYs jährlich assoziiert. Diese Befunde erwiesen sich in Sensitivitätsanalysen als stabil.

Ein klares Einkommensgefälle zeichnete sich ab: Einkommensschwächere Länder weisen derzeit geringere zurechenbare Lasten auf, stellen jedoch angesichts sich beschleunigender Ernährungsübergänge ein wichtiges Präventionsfenster dar. Politische Entscheidungsträger in diesen Regionen haben die Möglichkeit, Regulierungen des Lebensmittelumfelds einzuführen, bevor sich der UPF-Konsum fest etabliert.

Für Kliniker und gesundheitsbewusste Personen ist die Schlussfolgerung direkt: Die Minimierung der UPF-Aufnahme – weit unterhalb von 10 % der täglichen Kalorienzufuhr – erscheint als eine der wirkungsvollsten verfügbaren Ernährungsinterventionen. Einschränkungen umfassen den Querschnittscharakter der Ernährungsdaten sowie die Abhängigkeit von einer ausschließlich auf Abstracts basierenden Übersichtsarbeit.

Wichtigste Erkenntnisse

  • UPF consumption is linked to an estimated 3.4 million deaths annually across 45 countries.
  • Over 41% of US type 2 diabetes burden may be attributable to ultra-processed food intake.
  • High-income countries bear the greatest UPF-related disease burden due to higher consumption rates.
  • UPF intake ranged from 4% of calories (Ethiopia) to 57.5% (United States) across surveyed nations.
  • Low- and middle-income countries face rising risk as traditional diets are displaced by UPFs.

Methodik

Die Studie verwendete einen vergleichenden Risikobewertungsrahmen, der UPF-Aufnahmedaten aus 47 nationalen Ernährungserhebungen mit Dosis-Wirkungs-Relativrisiken aus veröffentlichten Metaanalysen und den WHO Global Health Estimates 2021 kombinierte. Bevölkerungszurechenbare Fraktionen wurden anhand eines theoretischen Mindestrisiko-Expositionsniveaus von 10 % Energie aus UPFs berechnet, wobei die Unsicherheit mittels Monte-Carlo-Simulation (10.000 Iterationen) quantifiziert wurde.

Studienlimitierungen

Die Zusammenfassung basiert ausschließlich auf dem Abstract, da der vollständige Artikel nicht zugänglich war. Die Daten zur Nahrungsaufnahme sind querschnittlich und stammen aus Umfragen mit unterschiedlicher Methodik in verschiedenen Ländern, was zu Messinkonsistenzen führen kann. Vergleichende Risikobewertungen setzen kausale Zusammenhänge voraus, die aus Beobachtungs-Metaanalysen abgeleitet wurden und Störvariablen nicht vollständig ausschließen können.

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