Nutrition & DietPressemitteilung

Ultrahochverarbeitete Lebensmittel erhöhen das Herzerkrankungsrisiko um bis zu 65 %, zeigt ein bedeutender europäischer Bericht

Ein wegweisendes europäisches kardiologisches Konsensuspapier verknüpft einen hohen Konsum von hochverarbeiteten Lebensmitteln mit deutlich erhöhten Risiken für Herzerkrankungen, Vorhofflimmern und frühzeitigen Tod.

Dienstag, 12. Mai 2026 7 Aufrufe
Veröffentlicht in ScienceDaily Nutrition
Article visualization: Ultra-Processed Foods Raise Heart Disease Risk by Up to 65%, Major European Report Finds

Zusammenfassung

Ein bedeutender neuer Bericht, der im European Heart Journal veröffentlicht wurde, bestätigt, dass der Verzehr großer Mengen hochverarbeiteter Lebensmittel das Risiko für Herzerkrankungen und einen frühzeitigen Tod erheblich erhöht. Die European Society of Cardiology fasste die Ergebnisse aller verfügbaren Studien zu diesem Thema zusammen und stellte fest, dass Menschen mit einem hohen Konsum an hochverarbeiteten Lebensmitteln (UPF) ein um bis zu 19 % höheres Risiko für Herzerkrankungen, ein um 13 % erhöhtes Risiko für Vorhofflimmern und ein auffallend um 65 % höheres Risiko haben, an einer Herz-Kreislauf-Erkrankung zu sterben. UPFs – industriell hergestellte Lebensmittel, die reich an Zusatzstoffen, Zucker, Salz und ungesunden Fetten sind – verschlechtern zudem Adipositas, Typ-2-Diabetes und Bluthochdruck. Die Autoren fordern Ärzte auf, Patienten routinemäßig nach ihrem UPF-Konsum zu befragen, und setzen sich für eine klarere Lebensmittelkennzeichnung sowie aktualisierte Ernährungsrichtlinien ein, die über einzelne Nährstoffe hinausgehen und den Grad der Lebensmittelverarbeitung berücksichtigen.

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Detaillierte Zusammenfassung

Ultra-verarbeitete Lebensmittel stehen seit Langem im Verdacht, der Gesundheit zu schaden – doch ein umfassendes neues Konsensuspapier der European Society of Cardiology rückt die kardiovaskulären Risiken in ein besonders deutliches Licht. Der im European Heart Journal veröffentlichte Bericht fasst alle derzeit verfügbaren Forschungsergebnisse zusammen, die den Konsum von UPF mit Herzerkrankungen und Sterblichkeit in Verbindung bringen, und ist damit eine der bisher umfassendsten Bewertungen dieses Ernährungsrisikofaktors.

Die Erkenntnisse sind bemerkenswert. Erwachsene, die am meisten ultra-verarbeitete Lebensmittel konsumieren, haben im Vergleich zu denjenigen, die am wenigsten davon essen, ein um bis zu 19 % höheres Risiko, eine Herzerkrankung zu entwickeln, ein um 13 % höheres Risiko für Vorhofflimmern und ein um bis zu 65 % höheres Risiko, an kardiovaskulären Ursachen zu sterben. Über das Herz hinaus ist ein hoher UPF-Konsum stark mit Adipositas, Typ-2-Diabetes, Bluthochdruck und chronischer Nierenerkrankung assoziiert – eine Kombination von Erkrankungen, die das kardiovaskuläre Risiko im Laufe der Zeit verstärkt.

Die Mechanismen hinter diesen Schäden sind vielfältig. UPFs können den Stoffwechsel stören, systemische Entzündungen auslösen und zu übermäßigem Konsum verleiten – selbst wenn sie als gesunde Optionen ausgewiesen sind. Ihre industriellen Zutaten und Zusatzstoffe ersetzen Bestandteile vollwertiger Lebensmittel auf eine Weise, die die normalen Regulationssysteme des Körpers offenbar untergräbt. Bemerkenswert ist, dass UPFs mittlerweile 61 % der in den Niederlanden und 54 % der im Vereinigten Königreich konsumierten Kalorien ausmachen, verglichen mit lediglich 18 % in Italien – was auf erhebliche kulturelle und politische Unterschiede beim Ausmaß der Exposition hindeutet.

Die federführenden Forscher fordern sofortige Änderungen in der klinischen Praxis. Sie wollen, dass Ärzte, die kardiovaskuläre Patienten betreuen, im Rahmen von Ernährungsanamnesen routinemäßig nach dem UPF-Konsum fragen – ein Schritt, der in den meisten medizinischen Einrichtungen derzeit noch nicht zum Standard gehört. Darüber hinaus sprechen sie sich für aktualisierte nationale Ernährungsrichtlinien aus, die explizit auf die Lebensmittelverarbeitung eingehen und nicht nur auf den Nährstoffgehalt.

Für gesundheitsbewusste Menschen liegt die praktische Schlussfolgerung auf der Hand: Wer sich weniger auf verpackte und industriell hergestellte Lebensmittel verlässt und stattdessen auf minimal verarbeitete Vollwertkost setzt, kann sein kardiovaskuläres Risiko möglicherweise deutlich senken. Das Ausmaß des erhöhten Sterberisikos – um bis zu 65 % – ist eine Zahl, die zu einer echten Ernährungsumstellung motivieren sollte.

Wichtigste Erkenntnisse

  • Heavy UPF consumers face up to 65% higher risk of cardiovascular death compared to low consumers.
  • High UPF intake raises heart disease risk by 19% and atrial fibrillation risk by 13%.
  • UPFs worsen obesity, type 2 diabetes, high blood pressure, and chronic kidney disease simultaneously.
  • UPFs make up 61% of calories in the Netherlands and 54% in the UK, versus only 18% in Italy.
  • European cardiologists now urge doctors to routinely assess UPF intake in all at-risk patients.

Methodik

Dies ist ein Nachrichtenbericht, der eine klinische Konsenserklärung zusammenfasst, die im European Heart Journal von der European Society of Cardiology veröffentlicht wurde. Der Konsens aggregiert Erkenntnisse aus allen derzeit verfügbaren Forschungsarbeiten zu hochverarbeiteten Lebensmitteln (UPFs) und kardiovaskulären Outcomes und stellt damit eine hochwertige Evidenzsynthese dar. Die beteiligten Organisationen zählen zu den renommiertesten in der europäischen Kardiologie, was den Schlussfolgerungen erhebliches institutionelles Gewicht verleiht.

Studienlimitierungen

Der Artikel ist eine Nachrichtenzusammenfassung und bietet keinen vollständigen Zugang zu den zugrundeliegenden Primärstudien oder Konfidenzintervallen der Effektgrößen. Da es sich um ein Konsensusdokument und nicht um eine einzelne kontrollierte Studie handelt, sind die Ergebnisse beobachtender Natur, und Kausalität kann nicht abschließend nachgewiesen werden. Leser sollten die vollständige Publikation im European Heart Journal sowie die einzeln zitierten Studien konsultieren, um Methodik und Störvariablen zu bewerten.

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