Longevity & AgingHirnlithiummangel als früher Treiber der Alzheimer-Erkrankung
Forscher der Harvard Medical School maßen 27 Metalle in menschlichem Hirngewebe und stellten fest, dass Lithium im präfrontalen Kortex von Menschen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (MCI) und Alzheimer-Erkrankung (AD) als einziges Metall signifikant vermindert war. Es wurde gezeigt, dass Amyloid-Plaques Lithium binden und dadurch seine Bioverfügbarkeit reduzieren. In Mausmodellen beschleunigte eine Reduktion des diätetischen Lithiums im Gehirn um ~50 % die Amyloid-Ablagerung, die Phospho-Tau-Akkumulation, Neuroinflammation, Synapsenverlust und kognitiven Abbau. Diese Effekte wurden teilweise durch die Aktivierung von GSK3β vermittelt. Single-nucleus-RNA-Sequenzierung zeigte, dass Lithiummangel transkriptomische Veränderungen erzeugt, die mit menschlicher AD überlappen. Entscheidend ist, dass die Substitution von Lithium durch Lithiumorotat – ein Salz mit geringer Amyloid-Bindung – sowohl in AD-Mausmodellen als auch bei alternden Wildtyp-Mäusen Pathologie und Gedächtnisverlust verhinderte.