Longevity & AgingKrebszellen kapern Fibroblasten durch Übertragung von Mitochondrien über das Protein MIRO2
Forscher der ETH Zürich entdeckten, dass Krebszellen aktiv Mitochondrien über sogenannte Tunneling-Nanotubes an benachbarte Fibroblasten abgeben – ein Prozess, der vom mitochondrialen Transportprotein MIRO2 gesteuert wird. Diese Übertragung programmiert normale Fibroblasten in krebsassoziierte Fibroblasten (CAFs) um, die anschließend pro-tumorogene Signale ausschütten und die extrazelluläre Matrix umstrukturieren, um das Tumorwachstum zu begünstigen. Die Hemmung von MIRO2 in Krebszellen blockierte den mitochondrialen Transfer, unterdrückte die CAF-Differenzierung und reduzierte das Tumorwachstum in Mausmodellen. Darüber hinaus wurde festgestellt, dass MIRO2 an der Invasionsfront menschlicher epithelialer Hautkrebserkrankungen überexprimiert ist, was auf eine klinische Relevanz hindeutet. Die Ergebnisse enthüllen einen neuartigen Mechanismus, durch den Tumoren ihre eigene unterstützende Mikroumgebung aktiv gestalten, und identifizieren MIRO2 als potenzielles therapeutisches Ziel.