Longevity & AgingMikrovaskuläre Dysfunktion verdoppelt das Herzerkrankungsrisiko – selbst ohne verstopfte Arterien
Koronare mikrovaskuläre Dysfunktion (CMD) – eine Erkrankung der kleinen Blutgefäße des Herzens – erhöht das Risiko schwerwiegender Herzereignisse erheblich, selbst wenn die großen Arterien unauffällig erscheinen. Eine große prospektive koreanische Studie mit über 1.000 Patienten ergab, dass CMD das Zwei-Jahres-Risiko für Tod, Herzinfarkt oder Krankenhausaufenthalt nahezu verdoppelte. Besonders auffällig war, dass CMD-Patienten ohne obstruktive koronare Herzkrankheit ein mehr als dreifach erhöhtes Risiko gegenüber Personen ohne CMD aufwiesen. Die im The Lancet veröffentlichten Ergebnisse legen nahe, dass die Standard-Koronarangiographie einen wichtigen Treiber von Herzerkrankungen übersehen könnte. Derzeit existiert keine gezielte Therapie für CMD, wenngleich die Behandlung zugrundeliegender Ursachen wie Atherosklerose mit Statinen empfohlen wird. Die Forscher fordern weitere Studien, um zu klären, ob eine direkte Behandlung der CMD die Patientenergebnisse verbessern kann.