Longevity & AgingNeuer MMQ-Fragebogen erkennt Mobilitätseinbußen im mittleren Lebensalter, bevor sie ernst werden
Der Mobilitätsrückgang beginnt im mittleren Alter (45–64 Jahre) häufig schleichend, dennoch existierte bislang kein validiertes Selbstauskunftsinstrument speziell für diese Bevölkerungsgruppe. Forscher entwickelten den Mobility in Middle-Age Questionnaire (MMQ) mithilfe eines 7-stufigen Delphi-Prozesses mit 10 multidisziplinären Experten. Das Ergebnis ist ein 16-Punkte-Tool in zwei Sprachen (Englisch und Hebräisch), das zwei Faktoren abdeckt: die aktuelle Mobilitätsfähigkeit und die wahrgenommene Mobilitätsveränderung über ein Jahr. Der MMQ wurde an 610 US-amerikanischen und 594 israelischen Erwachsenen validiert und zeigte eine ausgezeichnete interne Konsistenz, eine hohe Test-Retest-Reliabilität sowie eine gute strukturelle Passung. Entscheidend ist, dass er deutlich geringere Deckeneffekte aufweist als die weit verbreitete PF-10-Skala aus dem SF-36 – das bedeutet, er kann schrittweise funktionelle Einbußen erkennen, die älteren Messinstrumenten entgehen. Als vorläufiger Risikoschwellenwert wurde ein Score von 50 (20. Perzentile) vorgeschlagen, um Personen in einer „potenziellen Mobilitätsrisikozone" für eine frühzeitige Intervention zu identifizieren.