Longevity & AgingHautversagen bei kritischer Erkrankung entbehrt einer gesicherten Diagnose, schlussfolgern Experten
Im August 2024 berief das National Pressure Injury Advisory Panel einen multidisziplinären Expertenkreis ein, um zu evaluieren, ob „Hautversagen" bei kritisch kranken Erwachsenen einen eigenen Diagnosecode rechtfertigt. Nach Sichtung der Literatur und eingehender Beratung kamen die Experten zu dem Schluss, dass nicht druckbedingtes Hautversagen keine klar etablierte Ätiologie, Pathophysiologie oder Histopathologie aufweist, die es von Druckverletzungen unterscheidet. Obwohl Hypoperfusion als zentraler Mechanismus angenommen wird, bestätigen weder veröffentlichte Fotografien noch Biopsiedaten eine eigenständige klinische Entität. Das Panel definierte Hautversagen als eine Verletzung, die trotz standardmäßiger Präventivmaßnahmen und ohne identifizierbare alternative Ursache auftritt, betonte jedoch, dass diese Definition nicht ausreicht, um einen spezifischen ICD-10-CM-Code zu begründen. Bevor Hautversagen als eigenständige Diagnose kodifiziert werden kann, ist umfangreiche weitere Forschung erforderlich.