Longevity & AgingZwei Wellen thymischer mimetischer Zellen enthüllen, wie sich die Immuntoleranz entwickelt hat
Thymische mimetische Zellen – seltene, im Thymus ansässige Zellen, die periphere Gewebe nachahmen, um selbsttolerante T-Zellen heranzubilden – entwickeln sich in Mäusen in zwei unterschiedlichen Wellen. Pränatale Zellen imitieren Muskel-, Becherzell-, Ionozyten- und Flimmerepithelgewebe, während postnatale Zellen enterohepatische und Hautkeratinozyten-Typen nachahmen. Der Transkriptionsfaktor FOXN1 wird für postnatale, nicht jedoch für pränatale mimetische Zellen benötigt. Speziesübergreifende Experimente – darunter der Ersatz von Maus-Foxn1 durch Gene aus Amphioxus und Knorpelfischen – zeigten, dass diese postnatale Welle eine wirbeltier-spezifische Innovation darstellt. Selbst kieferlose Wirbeltiere wie Neunaugen besitzen thymusartige Zellen, die leberspezifische Proteine exprimieren, was darauf hindeutet, dass die Toleranz gegenüber neueren Gewebetypen gemeinsam mit FOXN1 selbst koevoluiert ist. Diese Erkenntnisse liefern einen Rahmen für das Verständnis, wie die zentrale Immuntoleranz im Verlauf der Wirbelentierevolution schrittweise aufgebaut wurde.