Nutrition & DietUltra-verarbeitete Lebensmittel mit 3,4 Millionen Todesfällen jährlich in 45 Ländern in Verbindung gebracht
Eine groß angelegte komparative Risikoabschätzung in 45 Ländern ergab, dass ein Konsum von ultra-verarbeiteten Lebensmitteln, der mehr als 10 % der täglichen Kalorienzufuhr überschreitet, mit rund 3,4 Millionen Todesfällen und über 5,6 Millionen durch Typ-2-Diabetes bedingten disability-adjusted life years jährlich in Verbindung steht. Die Belastung trifft vor allem einkommensstarke Länder am härtesten – die USA und Großbritannien weisen die gravierendsten Zahlen auf, wobei mehr als 40 % der Typ-2-Diabetes-Fälle möglicherweise auf ultra-verarbeitete Lebensmittel zurückzuführen sind. Einkommensschwächere Länder verzeichnen derzeit geringere Belastungen, sehen sich jedoch einem steigenden Risiko ausgesetzt, da westliche Ernährungssysteme traditionelle Ernährungsweisen verdrängen. Die Forschenden verwendeten etablierte Dosis-Wirkungs-Daten aus Metaanalysen in Kombination mit WHO-Schätzungen zur Krankheitslast sowie Monte Carlo-Simulationen zur Quantifizierung der Unsicherheit. Die Ergebnisse unterstreichen den dringenden Bedarf an Reformen der Ernährungspolitik, insbesondere in Ländern, die sich in einem raschen Ernährungswandel befinden.